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Französische Regierung halbiert Wachstumsprognose

Paris (dpa) - Die französische Regierung hat ihre Konjunkturprognose für 2012 um die Hälfte nach unten korrigiert. Das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr werde wahrscheinlich nur 0,5 Prozent betragen und nicht wie zuletzt erwartet 1,0 Prozent, sagte Premierminister François Fillon in Paris.

In der Staatskasse werde mit Mindereinnahmen in Höhe von fünf Milliarden Euro gerechnet. Nach Angaben von Fillon macht die Revision derzeit allerdings keine neuen Belastungen für die Bevölkerung notwendig. Der Haushalt für das laufende Jahr sei vorsichtig erstellt worden und biete Puffer, sagte der Premierminister. Frankreich hat laut Regierungsangaben das Defizit im vergangenen Jahr stärker zurückgefahren als erwartet. Bis Jahresende wird zudem mit Einnahmen in Höhe von rund 500 Millionen Euro aus der am Sonntagabend angekündigten Finanztransaktionssteuer gerechnet.

Mit der neuerlichen Korrektur war bereits gerechnet worden. Mitte vergangenen Jahres hatte Frankreich für 2012 noch ein Wachstum der heimischen Wirtschaft von 2,3 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet nur mit 0,2 Prozent Wachstum in Frankreich.

Die schwache Konjunktur gilt vor allem als Risikofaktor für die ehrgeizigen Sparziele Frankreichs. Das Land hat sich verpflichtet, sein Staatsdefizit bis 2013 auf 3,0 Prozent zurückzufahren. Im vergangenen Jahr betrug es noch rund 5,4 Prozent. Laut dem Maastricht-Vertrag der EU darf das Haushaltsdefizit eines Mitgliedstaats eigentlich nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen. Unter anderem wegen der hohen Staatsschulden hatte Mitte Januar die Ratingagentur Standard & Poor's Frankreich die Bestbewertung «AAA» entzogen.

EU / Finanzen / Konjunktur / Frankreich
30.01.2012 · 22:59 Uhr
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