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Frankfurt: Bürger trotz Terrorwarnung gelassen

Frankfurt/Main (dpa) - Vor dem Frankfurter Hauptbahnhof patrouillieren nach der jüngsten Terrorwarnung Polizisten mit Maschinenpistolen. Auf der wenige Kilometer entfernten Einkaufsstraße Zeil sind dagegen kaum Sicherheitsbeamte zu sehen.

Auch vor der Paulskirche und vor dem Römerberg, wo gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird, stehen kaum Uniformierte. Die meisten Passanten stört das nicht, sie lassen sich von der drohenden Anschlagsgefahr nicht aus der Ruhe bringen.

«Es mag ja sein, dass ein Anschlag in Vorbereitung ist. Aber warum sollte mir das Angst machen?», fragt der 64 Jahre alte Georg Müller. Auf dem Weihnachtsmarkt will der Frankfurter wie in jedem Jahr vorbei schauen. Madeleine Braun ist etwas vorsichtiger. «Ich würde jedenfalls nicht auf den Weihnachtsmarkt gehen. Da sind so viele Leute. Wenn einer einen Terroranschlag verübt, dann dort», glaubt die 68-Jährige. Das Sicherheitsniveau auf dem Weihnachtsmarkt ist nach Darstellung der Tourismusgesellschaft der Stadt jedoch hoch. «Wir arbeiten ganz eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen», sagt Geschäftsführer Thomas Feda.

Ein 43 Jahre alter Polizist, der vor dem Bahnhof schwer bewaffnet Streife geht und nicht namentlich genannt werden will, sagt: «Ich persönlich lasse mich in meinen normalen Lebensgewohnheiten nicht einschränken.» Jede abgestellte Tasche oder Paket werde nun aber wohl einen Großeinsatz auslösen. «Die Sensibilität bei uns ist höher als sonst. Es wird verstärkt auf herrenlose Koffer geachtet.» Auch viele Passanten sagen, sie achteten aufmerksamer als sonst auf herrenloses Gepäck. Bei der Frankfurter Polizei haben sich aber noch nicht mehr Leute gemeldet, um auf verdächtige Gepäckstücke oder Menschen hinzuweisen, wie Sprecher Manfred Füllhardt berichtet.

In der Frankfurter U-Bahn sind ebenfalls kaum besorgte Gesichter zu sehen. «Ein mulmiges Gefühl vielleicht beim Bahnfahren. Aber Angst? Nein!» sagt Lutz-Stefan Litzenbauer. Der 36-Jährige vertraut den Sicherheitsbehörden und glaubt, dass sie keinen Anschlag zulassen. Ingeborg Steiner zuckt mit den Schultern: «Ich bin da ziemlich pragmatisch. Was passiert, passiert.» Die Frankfurterin glaubt aber nicht, dass die massive Polizeipräsenz Terroristen abschreckt: «Was können die denn schon machen, wenn zehn Meter daneben eine Bombe explodiert?» Trotzdem findet sie es gut, wenn mehr Beamte unterwegs sind: «Viele Augen sehen mehr.»

Innere Sicherheit / Terrorismus
18.11.2010 · 16:17 Uhr
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