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Fragen und Antworten: Wie läuft die GM-Insolvenz ab?

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New York (dpa) - Ein Insolvenzverfahren im Eiltempo soll aller Voraussicht nach den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) retten. Einen solchen Schnelldurchgang versucht seit einem Monat auch Wettbewerber Chrysler. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur «Blitz-Insolvenz»:

Warum kann eine Insolvenz die Rettung sein?

In einem gerichtlichen Insolvenzverfahren können US-Unternehmen zunächst geschützt vor Gläubigern weiterarbeiten, Ballast abwerfen und sich so womöglich sanieren. Das Problem dieser Variante des US-Insolvenzrechts (Chapter 11): Sie kann sich über Monate oder gar Jahre hinziehen. Diese Zeit hat GM nicht - und Opel genauso wenig.

Was ist eine «Blitz-Insolvenz»?

Formell gibt es diesen Weg im US-Recht gar nicht. Präsident Barack Obama will bei GM dennoch ein wohl höchstens 60 bis 90 Tage dauerndes «chirurgisches Insolvenzverfahren» durchziehen. Bei dem Schnelldurchgang («quick-rinse-bankruptcy») sollen Rahmenbedingungen der Sanierung - etwa Finanzierung, Schuldenabbau, neue Eigentümer - schon zuvor für den Insolvenzrichter festgelegt sein, damit es dann ganz fix geht.

Wie läuft das ab?

Im Zentrum soll die rasche Übernahme (Paragraf-363-Verkauf) des um Altlasten bereinigten Herstellers durch Regierung, Gewerkschaft und Gläubiger stehen. Dazu wird der Konzern in einen «guten» und einen «schlechten» Teil aufgespalten. Der als lebensfähig erachtete Kern mit Marken wie Chevrolet und Cadillac soll die Insolvenz rasch wieder verlassen. Die Altlasten würden schrittweise entsorgt oder wie etwa die Marke Hummer verkauft. Eine Erfolgsgarantie besteht aber nicht.

Was ist dafür nötig?

Viel Geld. Die US-Regierung muss den Plänen zufolge weitere 30 Milliarden Dollar in GM pumpen. Zusätzlich zu den bereits geleisteten Finanzspritzen von 20 Milliarden Dollar.

Was ist die größte Hürde?

Gläubigerforderungen von 27 Milliarden Dollar. Im ersten Anlauf war GM mit einem Kompromissangebot zum Schuldenabbau gescheitert. Die Frist zur Annahme einer verbesserten zweiten Offerte läuft an diesem Samstagabend (17.00 Uhr Ortszeit/23.00 MESZ) ab.

Was passiert, wenn eine Sanierung schiefgeht?

Bei einem Scheitern droht ein Dominoeffekt. Außer GM stünden tausende Händler, Zulieferer und andere abhängige Firmen vor dem Aus. Und damit weltweit Hunderttausende oder gar über eine Millionen Jobs in den USA und Europa.

Auto / GM / Opel / USA
31.05.2009 · 13:48 Uhr
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