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Fragen & Antworten: Was schützt vor EHEC?

Berlin (dpa) - Deutschland erlebt derzeit den bislang schwersten Ausbruch des gefährlichen EHEC-Bakteriums. Hunderte Menschen haben sich womöglich binnen kurzer Zeit infiziert. Drei Menschen sind bereits nachweislich nach einer Infektion mit dem Darmkeim gestorben.

Vor der Infektion schützen vor allem die bekannten Hygieneregeln.

Wie kann ich mich anstecken?

Der Erreger ist hoch ansteckend: Weniger als 100 EHEC-Keime reichen aus, um einen Menschen zu infizieren. Das Bakterium findet sich vor allem im Kot von Wiederkäuern wie Ziegen, Rindern, Schafen oder Rehen. Direkter Kontakt mit den Tieren ist ein Übertragungsweg. Aber auch der Verzehr von Obst und Gemüse kann zu Infektionen führen, weil Anbauflächen mit Gülle gedüngt werden. Möglich ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Die Bakterien werden mit dem Stuhl ausgeschieden und haften bei schlechter Hygiene zum Beispiel an Händen.

Wie kann ich mich schützen?

Das Robert Koch-Institut riet zunächst, vorsorglich auf rohe Blattsalate, Tomaten und Gurken in Norddeutschland zu verzichten. Eine Sicherheit für andere Bundesländer bedeute das nicht. Inzwischen haben sich Salatgurken aus Spanien als eine Quelle erwiesen. Eine Studie hatte gezeigt, dass EHEC-Erkrankte diese Lebensmittel deutlich häufiger gegessen haben als gesunde Vergleichspersonen. Keine Hinweise gibt es bisher darauf, dass Fleisch oder Rohmilch - die im Zusammenhang mit EHEC häufig als Überträger identifiziert wurden - Ursache des Ausbruchs sind.

Was ist mit Gemüse aus dem eigenen Garten?

Bei Gemüse aus dem eigenen Garten geht die Meinung der Experten auseinander. Das Bundesamt für Risikobewertung gibt keine generelle Entwarnung für selbst angebautes Gemüse. Man könne nie wissen, welche Keime sich dort festsetzten, sagte eine Sprecherin. Keime könnten in der Umwelt grundsätzlich überall vorkommen. Auch eigenes Gartengemüse vor dem Verzehr gewaschen werden.

Was muss ich sonst noch beachten, um mich vor EHEC zu schützen?

Solange das ursprünglich verunreinigte Lebensmittel und damit der Erzeuger nicht eindeutig ausgemacht sind, gilt: Das Bakterium hängt an der Oberfläche von Lebensmitteln. Das heißt: Der Keim ist nicht in der Gurke, sondern auf der Gurke. Deswegen sollten Lebensmittel gründlich gewaschen werden. Auch sollten Fleisch und Gemüse im Kühlschrank getrennt voneinander lagern und getrennt zubereitet werden. Am sichersten ist es, alle Lebensmittel vor dem Verzehr abzukochen - für zehn Minuten bei einer Temperatur von mindestens 70 Grad Celsius.

Schneidbrettchen, Besteck und Geschirr sowie alle Arbeitsflächen sollten gründlich mit heißem Wasser, mit Spülmittel und anschließend mit klarem Wasser gereinigt werden. Putz- und Spüllappen sollten ausgekocht oder in kurzen Abständen gewechselt werden. Regelmäßiges Händewaschen mindert die Ansteckungsgefahr ebenfalls.

Wie lange dauert es von der Infektion bis zum Ausbruch?

Die sogenannte Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tage.

Wie erkenne ich, ob ich infiziert bin?

Eine EHEC-Infektion zieht wässrigen, teils auch blutigen Durchfall nach sich. Den Betroffenen ist häufig übel, sie haben Bauchschmerzen und übergeben sich. Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform eine blutige Darmentzündung mit krampfhaften Bauschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Eine Infektion kann aber auch ohne Beschwerden verlaufen und unerkannt bleiben.

Was ist die schlimmste Folge?

Der schwerste Verlauf einer EHEC-Infektion ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Die EHEC-Gifte können dabei zu Blutarmut, Gefäß- und schweren Nierenschäden und sogar zum Tod führen.

Was muss ich tun, wenn ich Beschwerden habe?

Wer Durchfall hat, verliert viel Salz und Flüssigkeit. Um den Verlust auszugleichen, sollen Erkrankte viel trinken. Wer starke Beschwerden hat, sollte sofort zum Arzt gehen. Antibiotika helfen bei dieser EHEC-Infektion meist nicht, sie können die Krankheit sogar verschlimmern.

Wie bekämpfen Ärzte den Erreger?

Behandelbar sind nur die Symptome, nicht die Infektion an sich. Patienten erhalten Kochsalzinfusionen, um den Salz- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wenn die Niere aussetzt, hilft nur die Dialyse, eine Blutwäsche.

Wie lange bleiben die Bakterien im Körper?

Normalerweise scheiden Menschen die Bakterien von selbst aus. Das kann mitunter ein paar Wochen dauern.

Gesundheit / Infektionen
27.05.2011 · 22:38 Uhr
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