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Fragen & Antworten: Was ist, wenn GM nicht verkauft?

Rüsselsheim/Detroit (dpa) - Trotz der monatelangen Verhandlungen um einen Verkauf von Opel will der amerikanische Autokonzern General Motors (GM) seine Tochter möglicherweise doch behalten. Fragen und Antworten zur Lage:

Kann General Motors rechtlich überhaupt von seinen Kaufabsichten zurücktreten?

Ja, das ist durchaus möglich. Bislang gibt es keinen Kaufvertrag, sondern Ende Mai hat GM lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das Papier ist nicht bindend. Danach hat GM als Pfand die Mehrheit der Anteile an die Treuhand abgegeben. Die deutsche Regierung hält somit treuhänderisch die Opel-Anteile, hat die Anteile aber nicht gekauft.

Welche Kosten kämen auf GM zu?

Sagt GM den Verkauf ab, müsste der Konzern den Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro zurückgeben, den Bund und Länder im Frühjahr gewährt hatten, um das Überleben von Opel zu sichern. Hinzu kämen die Zinszahlungen für das Darlehen. Bund und Länder würden die - für den Fall eines Verkaufs an Magna - versprochenen staatlichen Bürgschaften von 4,5 Milliarden Euro wohl nicht gewähren. Zudem müsste GM eine größere Summe in Opel investieren, denn Opel benötigt dringend Geld. Die von GM eingeplanten drei Milliarden Euro sind nach Expertenansicht viel zu gering.

Was würde das für die 25 000 Arbeitsplätze in Deutschland bedeuten?

Egal, ob Opel verkauft wird oder nicht: Zur Sanierung des angeschlagenen Autobauers müssen Stellen wegfallen. Experten gehen davon aus, dass GM erstmal weniger Jobs streichen würde als die beiden Kaufinteressenten Magna und RHJI, damit der Weg politisch akzeptabel ist. Die Konzepte der beiden Investoren sehen vor, in Deutschland zwischen 3000 und knapp 4000 Stellen zu streichen.

Welche Vorteile hätte es für GM, Opel zu behalten?

Der US-Riese braucht Opel und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim zum Überleben. Dort entwickeln die Opel-Ingenieure die Plattform für alle Mittelklassewagen des GM-Konzerns, dort sitzt das Wissen für die Autos der Zukunft. Daher streitet GM mit potenziellen Käufern um Patente, Technologien und Märkte. Nur mit Opel zusammen kann GM weiterhin an der Weltspitze auf dem Automarkt bleiben.

Welche Position vertritt GM denn nun?

Das ist unklar. Offiziell hat sich die ehemalige Opel-Mutter noch nicht geäußert. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen hält GM aber an seinen Plänen zum Verkauf von Opel fest. Zwar habe der GM- Verwaltungsrat das Management beauftragt, Alternativen zu einem Opel- Verkauf zu prüfen, dies sei aber nur eine Notlösung. Der US-Konzern bevorzugt RHJI als Bieter, weil er GM mehr Zugriffsrechte einräumen würde. So könnte RHJI Opel mit Steuergeldern sanieren und später an GM zurückverkaufen. Gegen den von Bund und Ländern bevorzugten Käufer Magna hat GM Vorbehalte, weil die Amerikaner fürchten, dass Magnas russische Partner Sberbank und der Autobauer Gaz Know-how abschöpfen.

Woran kann der Verkauf noch scheitern?

Der Verkauf kann an der Blockade von GM scheitern. Er könnte aber auch platzen, wenn sich GM und die deutsche Seite nicht auf einen Käufer einigen können. Das könnte dann der Fall sein, wenn GM den Investor RHJI empfiehlt, die deutsche Politik dem Investor aber keine Kredite gewähren will. In diesem Fall wird eine Insolvenz wieder zur Option. Opel wäre dann all seine Verbindlichkeiten los, allerdings dürften viele Jobs wegfallen. Die Opel-Händler müssten um ihre Existenz fürchten.

Auto / Opel
25.08.2009 · 17:01 Uhr
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