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Forscher: Deutschland braucht Zuwanderung

Plakat zur nordrhein-westfälischen Einbürgerungskampagne von 2008 (Archiv).Großansicht

Nürnberg (dpa) - In der politischen Arena schlägt das Thema Zuwanderung wieder einmal hohe Wellen. Für Arbeitsmarktforscher ist dagegen völlig unstrittig: Deutschland braucht Zuwanderung - und zwar in weit größerem Umfang als heute.

Ansonsten droht dem Land bis zum Jahr 2025 ein akuter Arbeitskräftemangel, der die Firmen empfindlich treffen und das Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft drosseln würde.

Grund dafür sind die starken Geburtenrückgänge und die zunehmende Überalterung der deutschen Gesellschaft. «Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht ist es daher ein falscher Ansatz, die Zuwanderung von Ausländern nach Deutschland zu stoppen», betonte am Montag der Arbeitsmarktforscher Gerd Zika vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Zika und sein IAB-Kollege Johann Fuchs belegen das mit eindeutigen Zahlen: Angesichts der schrumpfenden deutschen Bevölkerung wird auch die Zahl der Männer und Frauen im erwerbsfähigen Alter zurückgehen - und zwar von 44,8 Millionen im Jahr 2008 auf 41,1 Millionen im Jahr 2025. Bei dieser Prognose haben die Forscher aber bereits unterstellt, dass pro Jahr 100 000 mehr Ausländer nach Deutschland kommen als das Land verlassen (Nettozuwanderung).

Das wird nach ihrer Prognose aber künftig nicht mehr ausreichen, um den erwarteten demografisch bedingten Verlust an Arbeitskräften bis 2025 auszugleichen. Dazu braucht Deutschland vielmehr pro Jahr eine Nettozuwanderung von 300 000 bis 400 000 Ausländern, hat Fuchs errechnet. Davon ist Deutschland derzeit allerdings weit entfernt.

Fuchs räumt allerdings ein, dass Zuwanderung allein das drohende Arbeitskräfteproblem nicht löst. Es komme darauf an, was die nach Deutschland kommenden Ausländer an Rüstzeug mitbringen. «Wir brauchen Qualifizierte und Hochqualifizierte», betonte der Fachmann. Was die Altersstruktur der heutigen Zuwanderer angeht, so stimme bereits die Richtung: «Es kommen viele jüngere Ausländer nach Deutschland. Dagegen verlassen viele ältere Migranten das Land», berichtet Fuchs.

Migration / Integration
11.10.2010 · 22:51 Uhr
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