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Formel 1: Schnell weg aus China - aber wie?

Shanghai (dpa) - Nach dem China-Krimi begann für die Formel 1 das nächste große Zittern. Schnell weg aus Shanghai - aber wie, fragten sich die Stars Michael Schumacher und Sebastian Vettel genauso wie Mechaniker, Medienvertreter und die Transportfirmen.

Das Flugchaos in Europa wegen der Aschewolke aus Island bremste sogar den schnellsten Zirkus der Welt. «Viele versuchen schon, Tickets für die Transsibirische Eisenbahn zu buchen. Wir werden wohl viel Spaß bei der Rückreise haben», meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

«76 Team-Mitglieder wollen nach Hause», betitelte der Red-Bull-Rennstall gewohnt humorvoll seine Pressemitteilung zum Grand Prix in der 19-Millionen-Metropole. Zwar versicherte Vettel nach seinem verkorksten Auftritt: «Die Abreise ist jetzt ziemlich wurscht.» Doch dass sein für den Abend geplanter Heimflug abgesagt wurde und er zumindest eine weitere Nacht im Hotel festsaß, dürfte ihm nach seinem ohnehin verdorbenen Arbeitstag kaum gefallen haben.

Die meisten Teams hatten ihren Rückflug für Sonntagabend oder Montag gebucht. Schumachers Managerin Sabine Kehm mühte sich eifrig um einen Notfallplan. «Ich freue mich jetzt auf die Heimreise ­ schauen wir mal, ob wir das hinbekommen», meinte der Rekordweltmeister. Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone düste per Privatjet gen Bangkok. Andere ergaben sich dem Schicksal. «Ich richte mich darauf ein, dass ich hier noch eine Weile rumhänge», sagte Williams-Neuling Nico Hülkenberg.

Ein echtes Problem droht der Formel 1, wenn die Einschränkungen in Europa noch mehrere Tage dauern. Vor dem nächsten Grand Prix in drei Wochen in Barcelona wollen alle Teams ihre Autos deutlich modifizieren. Vor allem Teams wie Mercedes und die drei Neulinge Virgin, Hispania und Lotus benötigen jede Minute, um ihre Boliden für die Aufholjagd auf die Konkurrenz weiterentwickeln zu können.

Zwar verpackten die Teams wie gewohnt schon Minuten nach Rennende in China im Eiltempo ihr gesamtes Equipment in Containern. Doch ob die teure Luftfracht wie im Normalfall auf dem schnellsten Weg ausgeflogen werden kann, blieb bis Sonntagabend unklar. «Man braucht schon ein Flugzeug. Mit dem Schiff kommen wir nicht rechtzeitig nach Barcelona», urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Schon in Shanghai spürten einige Teams die Auswirkungen der Eruptionen von Eyjafjalla. Williams wartete vergeblich auf einige Bauteile, Red Bull und McLaren erhielten ihre Ersatzteile in letzter Minute. Virgin-Präsident Richard Branson, selbst Besitzer einer Fluglinie, musste ebenso auf seine Reise ins Reich der Mitte verzichten wie RTL-Experte Niki Lauda.

Ganz gelassen blieb dagegen das China-Erfolgstrio. Rennsieger Jenson Button gönnt sich mit Freundin Jessica Mitchibata erst einmal ein paar Tage Urlaub in Asien. McLaren-Teamkollege Lewis Hamilton hat zu einem Sponsoren-Termin in Südafrika keine Anreisesorgen. Und Mercedes-Mann Nico Rosberg erklärte den um ihre Rückreise bangenden Journalisten gut gelaunt: «Ich wollte sowieso am Montag erstmal nach Thailand fliegen.»

Motorsport / Formel 1 / Vulkane / Island
18.04.2010 · 22:10 Uhr
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