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Foodwatch für härteres Durchgreifen bei Imitaten

Nahrungs-Imitate täuschen VerbraucherGroßansicht
Berlin (dpa) - Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert ein härteres Durchgreifen bei illegalen Käse- und Schinken-Imitaten in Lebensmitteln.

«Das einzige, was hier wirklich helfen würde, ist, die "schwarzen Schafe" beim Namen zu nennen», sagte Geschäftsführer Thilo Bode der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. «Alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen müssen veröffentlicht und dabei Ross und Reiter genannt werden - direkt in den kontrollierten Supermärkten und Gaststätten.» Dazu müsse das Verbraucherinformationsgesetz verschärft werden. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte ein entschlossenes Vorgehen bei der Nennung von Unternehmen angekündigt. Das Ministerium prüft schärfere Regeln bei der Kennzeichnung.

Immer mehr Verbraucher wehren sich gegen falschen Käse auf Pizza & Co. Mehr als 1000 Konsumenten forderten im Internet bei einer Unterschriftenaktion des Deutschen Bauernverbands, der Verbraucherzentralen und der Landfrauen eine klare Kennzeichnung. Wenn keine Milch im Produkt sei, müsse das auch so ausgewiesen werden. Nach Abschluss der Aktion sollen die Unterschriften Industrie, Handwerk, Gastronomie und Handel überreicht werden. Der Bauernverband fordert auch ein Ende einer «Geiz ist geil»-Mentalität. «Schummelkäse» oder «falscher Schinken» verunsicherten die Verbraucher und brächten die Agrarmärkte unnötig unter Druck.

Bei Käse-Imitaten droht nach Angaben des Foodwatch-Chefs keine Gesundheitsgefahr. «Ein Analog-Käse, wenn er die hygienischen Anforderungen erfüllt, ist in den allermeisten Fällen überhaupt nicht gesundheitsschädlich», sagte Bode. «Das ist einfach nur eklig und ist Betrug.»  Foodwatch warf Bund und Ländern zu laschen Umgang mit Lebensmittelbetrug vor. «Wenn etwas als Schinken verkauft wird, was mehr schnittfestes Wasser als Fleisch enthält, oder auf Pizza ein Käse drauf ist, der kein Käse ist, dann ist das ein klarer Fall von Betrug», sagte Bode. «Vom Schinken-Betrug wissen die Behörden seit mehr als 15 Jahren - nur ihrer gesetzlichen Aufgabe, die Verbraucher vor Täuschung zu schützen, kommen sie nicht nach.»

Das größere Problem sieht der Verbraucherschützer allerdings in der «legalen Täuschung». «Angeblich gesunde Kinderprodukte entpuppen sich als Zuckerbomben, die "natürlichen" Aromen im Erdbeerjoghurt stammen nicht von Erdbeeren, sondern werden aus Pilzen hergestellt, Schwarzwälder Schinken muss nicht aus dem Schwarzwald stammen», sagte Bode. Der Verbraucher könne dies meist nicht erkennen. Bode forderte eine EU-weite Änderung der Lebensmittelkennzeichnung und eine Einteilung in Qualitätsklassen, etwa mit und ohne Zusatzstoffe.

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Verbraucher / Lebensmittel
14.07.2009 · 14:20 Uhr
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