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Folterkammer mexikanischer Drogenbanden gefunden

Mexikanische Ermittler am Ort eines Verbrechens. (Archivbild)Großansicht

Mexiko-Stadt (dpa) - Mexikanische Sicherheitskräfte haben erneut grausige Machenschaften der organisierten Kriminalität aufgedeckt. Im Drogenkrieg eingesetzte Soldaten fanden südlich der Hauptstadt ein Haus, in dem vermutlich Drogenkriminelle ihre Opfer gefoltert haben.

Nach Angaben der lokalen Militärverwaltung hatte ein anonymer Anrufer die Streitkräfte auf das Haus in der Ortschaft Jiutepec rund 100 Kilometer von Mexiko-Stadt aufmerksam gemacht.

Was sie dort entdeckten, erinnert an die Folterkammern des Mittelalters. Sie fanden einen an der Decke befestigten Galgenstrick vor. Weitere Fundstücke waren ein Schneidbrenner, eine Handsäge mit Blutspuren und einen Wagen mit blutverklebtem Kofferraum. Des weiteren fanden die Soldaten in dem Haus einen Ast, in dem die Initialen des Kartells «CPS» eingeritzt waren.

Seit Beginn des Jahres 2009 haben nach einem Bericht der Zeitung «Reforma» die Sicherheitskräfte in ganz Mexiko über 500 Folterwerkzeuge beschlagnahmt. Darunter sind Baseballschläger, Rasiermesser, Nadeln, Hämmer, Schneidbrenner zum Ansengen der Haut und Elektroschock-Apparate und Wasserbehälter mit Vorrichtungen zum Fesseln und Ertränken der Opfer.

Im mexikanischen Drogenkrieg sind seit Dezember 2006, dem Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón, über 28 000 Menschen ums Leben gekommen. Viele von ihnen wiesen Folterspuren auf, andere wurden zerteilt und verbrannt. Im Jahre 2008 war sogar die Kopf- und Gesichtshaut eines Opfers einem Fußball übergestülpt worden.

Kriminalität / Mexiko
23.09.2010 · 15:15 Uhr
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