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Folter-Vorwürfe gegen Sudan

Sudanesische Spezialkräfte / DarfurGroßansicht
Nairobi/Khartum (dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat den sudanesischen Sicherheitsbehörden eine brutale Kampagne gegen Oppositionelle im größten Staat Afrikas vorgeworfen.

In dem am Montag veröffentlichten Bericht «Agenten der Furcht» sprach die Organisation von Folter, willkürlichen Verhaftungen und massiver Einschüchterung durch die Geheimdienstbehörde NISS. «NISS herrscht durch Furcht», sagte AI-Afrikadirektor Erwin van der Borght. «Die sudanesischen Behörden machen Oppositionelle und Verteidiger der Menschenrechte mit Gewalt und Einschüchterung mundtot.»

Allein bis Ende Juni seien im Sudan mindestens 34 Journalisten, Menschenrechtskämpfer und Studenten aus politischen Gründen verhaftet worden. Festnahmen politischer Gegner im Sudan nehmen nach Angaben van der Borghts vor allem dann zu, wenn es im Land politische Spannungen gibt - etwa nach dem Angriff einer Rebellengruppe aus Darfur auf Vororte der Hauptstadt Khartum im Mai 2008, nach dem internationalen Haftbefehl gegen Präsident Omar Al-Baschir wegen Menschenrechtsverbrechen in Darfur im März 2009 oder in diesem Frühjahr während des Wahlkampfs für die ersten Parlaments- und Präsidentenwahlen seit dem Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd.

Amnesty International betonte, die Agenten des Sicherheitsdienstes seien durch das nationale Sicherheitsgesetz vor Strafverfolgung geschützt. Das Gesetz müsse dringend geändert werden, um die Straffreiheit bei Verletzungen der Menschenrechte zu beenden und die Macht der Sicherheitsbehörden zu begrenzen, nach eigenem Belieben Oppositionelle festnehmen zu können.

Für den Bericht sprach die Menschenrechtsorganisation, die seit 2006 nicht im Sudan arbeiten darf, mit politischen Flüchtlingen aus dem Sudan, die im Tschad oder in Uganda Zuflucht gefunden hatten.

Webseite von Amnesty International

Menschenrechte / Sudan
19.07.2010 · 09:47 Uhr
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