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Flugzeug-Attentäter mit «Dschihad»-Fantasien

Umar Farouk AbdulmutallabGroßansicht
London (dpa) - Schon lange vor seinem versuchten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug hat der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab vom «Heiligen Krieg» («Dschihad») fantasiert.

Beiträge für ein islamisches Internetforum zeigen zudem, wie er sich von einem einsamen jugendlichen Fußballfan in einen fanatischen Extremisten wandelte, wie britische Medien am Mittwoch berichteten.

«Ich möchte über meine Fantasien nicht zu sehr ins Detail gehen, aber im Wesentlichen sind es Dschihad-Fantasien», zitierten Zeitungen Internet-Einträge, die der heutige 23-Jährige unter dem Namen Farouk1986 im Februar 2005 online gestellt haben soll. «Ich stelle mir vor, wie der große Dschihad stattfindet, wie die Muslime siegen (so Allah will) und die Welt beherrschen und wieder das größte Reich schaffen.»

In früheren Einträgen erschien Abdulmutallab dagegen noch als normaler Jugendlicher, der sich einsam fühlt, Fußball liebt und die Mannschaft von Liverpool unterstützt. «Ich befinde mich in einer Situation, in der ich keinen Freund habe. Ich kann mit niemanden sprechen, mich mit niemanden beraten, keiner unterstützt mich und ich bin deprimiert und einsam. Ich weiß nicht, was ich machen soll», schrieb er demnach, als er noch in Togo zur Schule ging.

Nachdem er sein Maschinenbau-Studium in London begann, wurden seine Ansichten des einstigen Fußball-Fans offensichtlich radikaler: «Lasst uns unsere Ehre und Religion retten, lasst uns auf Fußball verzichten und Sportarten treiben, die dem Islam förderlich sind.» Zudem kritisierte er das Hören von Musik und warf seinen Eltern vor, Fleisch zu essen, das nicht von Muslims geschlachtet wurde. In anderen Internet-Einträgen schreibt er vom Kampf mit seinen sexuellen Wünschen. «Wenn ich einsam bin, erwacht der natürliche sexuelle Trieb und ich ringe darum, ihn zu kontrollieren (...).»

Unterdessen berichtete der «Daily Telegraph», dass Abdulmutallab während seines Studiums in London zwischen 2005 und 2008 Kontakt zu einem muslimischen Extremisten hatte, der unter Beobachtung des britischen Geheimdienstes stand. Der Nigerianer selbst sei aber nicht beobachtet worden. Bislang waren die Behörden davon ausgegangen, dass der Geheimdienst erst auf Abdulmutallab aufmerksam geworden war, als ihm wegen falscher Angaben ein neuerliches Studentenvisum für Großbritannien verweigert worden war.

Wie die «Times» unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, könnte der Nigerianer während seines Studiums vom Terrornetzwerk El Kaida angeworben worden sein.

Terrorismus / Luftverkehr / Großbritannien / USA
30.12.2009 · 22:33 Uhr
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