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Flughafenanwohner: «Für uns ist das herrlich»

Sperrung des LuftraumsGroßansicht
Düsseldorf (dpa) - Die Aschewolke des isländischen Vulkans hat den Flugverkehr lahmgelegt, Zehntausende Fluggäste müssen am Boden bleiben. Es gibt aber auch Menschen, die sich über das Flugverbot freuen. Khaled Hussein (52) von der Initiative Bürger gegen Fluglärm etwa. Er und seine Familie leben direkt unter der Einflugschneise von Nordrhein-Westfalens größtem Flughafen in Düsseldorf.

Herr Hussein, was haben Sie gedacht, als Sie vom Flugverbot hörten?

Hussein: «Dass wir ein schönes ruhiges Wochenende haben werden. Ich habe mich ungemein gefreut. Das ist zwar egoistisch gedacht. Natürlich ist es traurig für die ganzen Menschen, die jetzt nicht fliegen können. Aber für uns Anwohner ist das herrlich, alle atmen auf. Für uns sind diese paar Tage Ruhe wie ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk.»

Was bedeutet es, direkt in der Einflugschneise zu leben?

Hussein: «Der Flughafen hat die Genehmigung für 37 Flugbewegungen pro Stunde. Zwischen 22 und 23 Uhr wird das voll ausgereizt. Das bedeutet: In weniger als einer Minute kommt ein Flugzeug rein. Ständig donnert es über unseren Köpfen, es ist eine permanente Belastung. Besonders ärgert uns, dass der Flughafen die offiziellen Flugzeiten von 6 Uhr morgens bis 22 oder 23 Uhr nachts nicht einhält. Mein Sohn ist 12, er wacht jeden Morgen mit dem ersten Flugzeug auf. Um uns unterhalten zu können, müssen wir die Fenster zumachen. Auch draußen auf der Terrasse zu sitzen ist nicht schön.»

Jetzt sind keine Flugzeuge am Himmel. Wie erleben Sie das?

Hussein: «Wir hören auf einmal Dinge, die wir sonst nicht wahrnehmen. Die Vögel zum Beispiel. Heute morgen, das war wunderbar, ein reines Vogelgezwitscher im Garten. Oder auch das Rauschen der Bäume. Und dazu diese paradiesische Ruhe, vor allem nachts.»

Hätten Sie gerne, dass die Aschewolke noch ein bisschen bleibt?

Hussein: «Für uns wäre das natürlich toll. Nein, im Ernst. Tagsüber sollen die Flugzeuge ja fliegen. Uns ist schon klar, wie wichtig der Flughafen als Wirtschaftsfaktor ist. Es wäre aber schön, wenn sie in der Nacht am Boden blieben. Diese Ruhe wie wir sie jetzt haben, hätten wir gerne jede Nacht.»

Interview: Silke Katenkamp, dpa

Vulkane / Luftverkehr / Island
17.04.2010 · 23:13 Uhr
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