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Feuer in Israel wütet weiter

Feuerwehrmann in Ein Hod: Seit Ausbruch hat das Feuer mehr als 3400 Hektar Land zerstört.Großansicht

Tel Aviv/Haifa (dpa) - Der verheerende Waldbrand im israelischen Karmel-Gebirge wütet weiter. Trotz massiver internationaler Hilfe ist es den mehr als 3000 Feuerwehrleuten und Soldaten auch am dritten Tag nicht gelungen, sechs große Brandherde unter Kontrolle zu bringen.

Allerdings schwächte sich das Feuer an einigen Stellen auch ab. Bis der letzte Brandherd vollständig gelöscht sei, könnten noch Tage vergehen, sagte der Minister für innere Sicherheit, Jizchak Aharonovitch, am Samstag in Haifa. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bedankte sich für die große internationale Unterstützung.

Die Polizei hat inzwischen auch die mutmaßlichen Verursacher des bislang größten Brandes in der Geschichte Israels festgenommen. Dabei handelt es sich nach Informationen des israelischen Rundfunks um zwei 16 Jahre alte Brüder. Sie sollen am Donnerstag in der Nähe ihres Elternhauses im Dorf Usufija im Karmel-Gebirge ein Feuer angezündet haben. Allerdings handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Ermittler nicht um Brandstiftung, sondern einen Fall von Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit.

Als Folge sind nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. 17 000 Menschen seien vor dem Feuer geflüchtet. Allerdings hätten die Bewohner von vier Dörfern und einem Vorort der Großstadt Haifa am Samstagabend zurückkehren dürfen.

Mehr als 40 Quadratkilometer - das ist nach Angaben von Rosenfeld rund ein Viertel der Fläche des Karmel-Gebirges - mit vier Millionen Bäumen sind durch die Flammen bislang vernichtet worden. Diese Fläche ist größer als die Insel Pellworm (37 Quadratkilometer) und etwas kleiner als der Ammersee (46 Quadratkilometer).

Angesichts der Katastrophe ist eine massive internationale Hilfe für Israel angelaufen. Zehn Löschflugzeuge sowie drei Helikopter seien bereits aus Frankreich, Griechenland, Russland, der Türkei und Zypern eingetroffen, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstag mit. Sechs weitere Flugzeuge aus Frankreich, Russland und den USA würden noch im Laufe des Tages erwartet. Israel rechnet dann am Sonntag mit weiteren neun Löschflugzeugen, davon fünf aus Spanien.

Darüber hinaus will Israel eine umgebaute Boeing 747 leasen, wie sie auch bei der Bekämpfung von Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien eingesetzt wird. Der «Evergreen Supertanker» kann den Angaben zufolge bis zu 80 Tonnen Löschmittel fassen und auch während der Nachtstunden fliegen.

Deutschland hilft Israel mit zwei Transporthubschraubern. Das sicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Netanjahu in einem Telefonat zu, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Samstag in Berlin mitteilte.

Netanjahu hatte sich das ganze Ausmaß der Schäden am Samstag aus einem Helikopter angesehen. Die Brandherde am Boden sahen aus der Luft wie eine Lichterkette aus. Der Ministerpräsident bedankte sich für die große internationale Hilfe. «Die israelische Nation steht zusammen, und viele Länder der Welt stehen an der Seite Israels», sagte der Regierungschef.

Das Feuer hatte am Samstag weiter um sich gegriffen. Es bedrohte auch das von Drusen bewohnte Dorf Usufija im Karmel-Gebirge. Der Internetdienst «ynet.com» berichtete, dass Bürger die Bäume um ihre Häuser herum fällten, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Dagegen verbuchten die Feuerwehrleute und Soldaten am Samstag auch einen großen Erfolg. Sie stoppten das Feuer rund einen Kilometer vor Denija, einem Vorort der Großstadt Haifa.

Brände / Israel
04.12.2010 · 19:39 Uhr
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