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Festnahmen nach rechtem Überfall in Dortmund

Neonazi-Opfer: Genähte Platzwunde am Hinterkopf eines 16-jährigen Türken aus Dortmund. Der Junge war auf dem Weihnachtsmarkt von Rechten verprügelt worden. Foto: Peter BandermannGroßansicht

Dortmund (dpa) - Nach dem Überfall rechter Schläger auf zwei Jungen türkischer Herkunft in Dortmund hat die Polizei drei Verdächtige identifiziert. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der mutmaßliche Haupttäter, ein 24-Jähriger vorbestrafter Skinhead, war noch am Tatort festgehalten worden und sitzt bereits seit Sonntag in Untersuchungshaft. Die beiden anderen sind den Behörden bekannt, aber auf freiem Fuß. Nach zwei Mittätern wird weiter gesucht. Dortmund gilt als eine Hochburg von Rechtsextremisten.

Die Verdächtigen haben laut Staatsanwaltschaft am Samstagabend auf dem Weihnachtsmarkt die 16 und 17 Jahre alten Türken ohne Anlass angesprochen, verprügelt und getreten. Sie trugen dabei laut Polizei die für die rechte Szene typische Kleidung und brüllten nach Angaben eines Opfers in den «Ruhr Nachrichten» ausländerfeindliche Sprüche. Das 16-jährige Opfer erlitt Verletzungen, musste aber nicht stationär ins Krankenhaus.

Der mutmaßliche Haupttäter war nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits 2005 wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil er einen Punker erstochen hatte. Er sei 2010 nach einer günstigen Prognose auf freien Fuß gekommen, habe aber noch zwei Jahre auf Bewährung zu verbüßen.

Extremismus / Kriminalität / Dortmund
29.11.2011 · 15:26 Uhr
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