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Festnahmen nach Blutbad in Süditalien

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Vibo Valentia (dpa) - Fünf tote Männer, erschossen auf einem entlegenen Bauernhof in Süditalien: Ein lange schwelender Streit zwischen zwei Familien eskalierte am Montagabend in dem Nest Filandari bei Vibo Valentia in Kalabrien und mündete in einem Blutbad.

Von Kugeln durchsiebt wurden der 61-jährige Viehzüchter Domenico Fontana und seine vier Söhne im Alter von 19 bis 37 Jahren. Die Täter feuerten 40 Schüsse ab.

Noch in der Nacht nahmen die Ermittler vier Männer fest. Sie werden verdächtigt, an dem Massaker auf dem benachbarten Bauernhof beteiligt gewesen zu sein. Einer von ihnen hatte die Bluttat zuvor gestanden, alle Festgenommenen sind miteinander verwandt. Zwischen den beiden Familien soll es seit geraumer Zeit zu Reibereien gekommen sein. Mal ging es um Weideland, mal stritten sie um Bäume.

Als mindestens zwei Männer am Montag auf den Bauernhof stürmten und mit ihren Pistolen das Feuer eröffneten, wurden sie von einem rumänischen Landarbeiter beobachtet. Die Carabinieri sprachen sofort von einer «präzisen Spur». Stunden nach der Bluttat stellte sich ein 42-Jähriger aus der Umgebung, gestand die Tat und sagte aus, er habe sie allein begangen. Dagegen sprachen die Aussage des Rumänen und Indizien. Die Polizei führte daraufhin drei weitere Mitglieder der Familie jenes angeblichen Alleintäters ab.

«Ich konnte diese ständigen Übergriffe durch die Fontanas nicht mehr ertragen, mein Vater ist von ihnen sogar geschlagen worden», gab der geständige 42 Jahre alte Ercole Vangeli der Polizei zu Protokoll. Er versuchte, die Bluttat zu rechtfertigen: Bei jeder Begegnung mit der anderen Seite seien sie schikaniert und herausgefordert worden. «Und solche Episoden gibt es häufig hier, wo der Staat abwesend ist», erklärte sein Verteidiger. In der Gegend «regieren» die Mafia-Clans.

Im Kugelhagel starben vier der Viehzüchter, ein Sohn erlag seinen Schussverletzungen auf dem Weg ins Hospital. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelte es sich nicht um einen Racheakt der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta. Die fünf Opfer hätten keinerlei Verbindung zur organisierten Kriminalität gehabt. Vielmehr sei dies wohl eine alte Familienfehde auf dem Land, so wie es sie allerdings auch zwischen Mafia-Clans gibt. Als die Mörder kamen, war die Mutter der Familie auf dem Feld. Der Vater und zwei der Söhne wurden auf dem Gelände gefunden, die beiden anderen im Haus.

Kriminalität / Italien
28.12.2010 · 13:11 Uhr
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