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FDP wirft Jung «Kommunikationsdesaster» vor

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Dienstag im Bundestag in Berlin.
Berlin (dpa) - Bundesverteidigungsminister Jung (CDU) steht wegen seiner Informationspolitik zum Luftangriff in Afghanistan mit Dutzenden Toten weiter in der Kritik. Der Verteidigungsminister habe ein «Kommunikationsdesaster verursacht, weil er ohne ein klares Lagebild Bewertungen abgegeben hat».

Das sagte der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Werner Hoyer, der «Rheinischen Post». Zugleich warnte Hoyer vor einer Verharmlosung des Konflikts in Afghanistan. «Deutsche Soldaten werden stärker als bisher in Gefechte verwickelt werden.»

In der Bundestagsdebatte am Dienstag hatte Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin Verteidigungsminister Jung als «Belastung für die deutsche Afghanistan-Politik» bezeichnet. Jung hatte nach dem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen vergangene Woche gesagt, ihm lägen keine Informationen über zivile Opfer vor. Er berief sich dabei auf Berichte aus der Region Kundus. In der Bundestagsdebatte am Dienstag räumte er indirekt Opfer unter Zivilisten ein.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kamen bei dem Angriff am vergangenen Freitag 56 Menschen ums Leben. Andere, unbestätigte Quellen berichteten von weit mehr als 100 Toten. Nach einem internen NATO-Bericht soll es zwischen 70 und 78 Todesopfer gegeben haben.

Konflikte / Bundeswehr / Afghanistan
09.09.2009 · 10:16 Uhr
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