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FDP-Fraktionsvize Thiele vor Wechsel in Bundesbank-Vorstand

Berlin (dts) - Die Entscheidung, wen die schwarz-gelbe Koalition in den Bundesbank-Vorstand schickt, ist offenbar gefallen: Wie die Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe) schreibt, läuft alles auf Carl-Ludwig Thiele hinaus. "Thiele ist ein erfahrener Politiker und genießt das Vertrauen von Westerwelle", sagte ein ranghoher FDP-Politiker der Welt. Thiele ist derzeit stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und ihr finanzpolitischer Sprecher. Ende April laufen die Verträge der beiden Bundesbank-Vorstandsmitglieder Hans-Georg Fabritius und Hans-Helmut Kotz aus. Für den Posten von Fabritius hat der Bund das Vorschlagsrecht, über die frei werdende Stelle von Kotz dürfen die Bundesländer entscheiden. Turnusgemäß sind diesmal die Nord-Bundesländer Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an der Reihe, die allesamt von der Union regiert werden. Aus Berliner Kreisen ist zu hören, dass das Vorschlagsrecht für die Besetzung aus Reihen der Koalition bei der FDP liege. Nachdem Thiele bei der Postenvergabe nach der Bundestagswahl leer ausgegangen war, sei der 56-jährige Jurist nun an der Reihe für einen hohen Posten gewesen, sagte der FDP-Politiker. Zudem würden in der FDP nach einem Wechsel Thieles gleich zwei bedeutende Fraktionsposten frei, die Westerwelle neu besetzen könnte. Die Nord-Bundesländer sollen noch nicht über eine Nominierung für den zweiten frei werdenden Posten entschieden haben. Fest zu stehen scheint, dass Hans-Helmut Kotz keine Chancen hat, weiter dem Vorstand anzugehören. Während Fabritius mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen wird, könnte der 53-Jährige Kotz, derzeit Leiter der Finanzmarktabteilung bei der Bundesbank, problemlos für eine weitere Amtszeit über fünf Jahre dem Bundesbank-Vorstand angehören. Kotz gilt als ausgesprochener Fachmann, den Bundesbank-Präsident Axel Weber gerne weiterhin im Vorstand sehen würde. Allerdings ist Kotz über ein SPD-Ticket in den Bundesbank-Vorstand gekommen, was ihm nun zum Verhängnis zu werden scheint. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Harry Carstensen und Hamburgs Bürgermeister Ole van Beust, zeigten, so ist zu hören, für die Kandidatensuche nur mäßiges Interesse. Über ihren Schatten springen und einen SPD-nahen Kandidaten vorschlagen wollten sie aber nicht. Das wiederum könnte für eine Rückkehr des CDU-Mitglieds Hans Reckers in den Bundesbank-Vorstand sprechen. Reckers Vertrag wer erst im April 2009 ausgelaufen und wurde nicht verlängert, weil das Vorschlagsrecht damals bei den SPD-geführten Ländern Berlin und Brandenburg lag, die Thilo Sarrazin (SPD) nominierten. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Reckers Interesse an einer Rückkehr habe.
DEU / Parteien
06.01.2010 · 14:13 Uhr
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