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FDP-Fraktionschef Kubicki will Nonnenmacher ohne Abfindung absetzen

Hamburg (dts) - Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki wünscht sich einen Abgang des HSH-Nordbank-Chefs Dirk Jens Nonnenmacher ohne Abfindung. "Aus meiner Sicht gibt es genügend Anhaltspunkte für eine fristlose Verdachtskündigung", sagte er der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Allerdings räumte er ein, dass dies juristisch nicht einfach werde.

"Es ist fraglich, ob sich ein solcher Schritt vor dem Arbeitsgericht durchstehen ließe." Am ebenfalls in die Kritik geratenen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper will Kubicki festhalten. "Ich habe keine Erkenntnisse, die gegen die Integrität von Herrn Kopper sprechen", sagte er der "Welt". Dass sich ein Aufsichtsratsvorsitzender vor den Vorstandschef stelle, sei nicht ungewöhnlich. "Kopper hat es nur vielleicht etwas oft getan in letzter Zeit". Auch eine schlampige Aufklärung könne man dem früheren Deutsche-Bank-Chef nicht vorwerfen. "Herr Kopper hat alles zur Aufklärung Notwendige veranlasst, nur hat er die Berichte und Gutachten teilweise zu Unrecht als entlastend für Nonnenmacher interpretiert." Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein haben nach einer Reihe von Verdächtigungen eine Absetzung des Bankchefs gefordert, alles Weitere muss jedoch formal der Aufsichtsrat beschließen. "Es ist Sache des Aufsichtsrats zu entscheiden, ob bei Herrn Nonnenmacher Gründe für eine fristlose Kündigung vorliegen", sagte Kubicki. "Ist das nicht der Fall, bleibt nur der Weg eines Aufhebungsvertrages." Eine solche gütliche Einigung ist üblicherweise mit Abfindungszahlungen verbunden. Es sei denkbar, dass der Aufsichtsrat dies für den besseren Weg befinde. "Es kann aus Banksicht gute Gründe geben, sich lange Auseinandersetzungen mit Herrn Nonnenmacher zu ersparen, schließlich soll die Bank wieder in ruhiges Fahrwasser kommen." Selbst wenn eine Abfindung gezahlt werden müsste, bleibe eine Trennung von Nonnenmacher richtig. "Eine Abfindung käme die Bank günstiger als die dauernde Beschäftigung von Wirtschaftsprüfern und Anwälten", sagte Kubicki. Mit entsprechenden Expertisen hatte der Aufsichtsrat jüngst versucht, die Affären im eigenen Haus aufzuklären. Ein Wechsel an der Vorstandsspitze ist nun aus Kubickis Sicht "ein notwendiger Schritt, um die Sanierungserfolge der Bank nicht zu gefährden."
DEU / HAM / SWH / Finanzindustrie / Unternehmen
09.11.2010 · 17:03 Uhr
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