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Fall Buback: Die Spur zu Verena Becker

Das Attentat auf BubackGroßansicht
Hamburg (dpa) - Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter wurden am 7. April 1977 bei einem Attentat der RAF in Karlsruhe erschossen. Als unmittelbare Mittäter gelten lange Christian Klar sowie Knut Folkerts und Günter Sonnenberg, als Rädelsführerin wird Brigitte Mohnhaupt verurteilt.

Wer damals die tödlichen Schüsse vom Sozius eines Motorrads abgefeuert hatte, bleibt aber ungeklärt. Verena Becker wird einen Monat nach dem Mord zusammen mit Sonnenberg festgenommen - im Besitz der Tatwaffe. Ein Ermittlungsverfahren gegen sie wird Anfang der 80er Jahre eingestellt. Becker wird wegen der Schießerei bei ihrer Festnahme zu lebenslanger Haft verurteilt und 1989 begnadigt. 18 Jahre später kommt wieder Bewegung in den Fall:

25. April 2007: Die Ermittlungen zu dem Attentat werden wieder aufgenommen. Sie richten sich gegen den früheren RAF-Terroristen Stefan Wisniewski. Zuvor hatte Bubacks Sohn Michael berichtet, er habe Informationen aus dem Bereich der RAF erhalten, wonach nicht Klar die tödlichen Schüsse abgegeben habe. Sein Informant ist der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Boock. Nach Darstellung Boocks gehörten zu der Gruppe Sonnenberg und Wisniewski.

3. Januar 2008: Auf Antrag der Bundesanwaltschaft ordnet der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) wegen ihres hartnäckigen Schweigens im Fall Buback Beugehaft gegen Klar, Mohnhaupt und Folkerts an. Der Staatsschutzsenat des BGH kippt jedoch später diese Entscheidung. Klar wird im Dezember 2008 aus der Haft entlassen.

6. Juni 2008: Die Bundesanwaltschaft leitet ein neues Ermittlungsverfahren gegen Verena Becker ein. Weil Becker damit als Beschuldigte gilt, kann die Ermittlungsbehörde nun Genmaterial von ihr nehmen und es mit DNA-Spuren abgleichen.

22. Juli 2008: Becker soll einem DNA-Gutachten zufolge wahrscheinlich nicht am Buback-Attentat beteiligt gewesen sein. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilt, stammen DNA-Spuren, die nach dem Mord gefunden worden waren, definitiv nicht von Becker.

20. August 2009: Becker war möglicherweise doch am Attentat auf Buback beteiligt. An den damaligen Bekennerschreiben der Terrorgruppe wurden DNA-Spuren von ihr entdeckt, teilt die Bundesanwaltschaft mit. Die Polizei durchsucht die Wohnung der 57-Jährigen.

28. August 2009: Becker wird in Berlin verhaftet. Die Bundesanwaltschaft hält sie für dringend verdächtig, an der Ermordung Bubacks beteiligt gewesen zu sein.

Terrorismus / RAF
28.08.2009 · 22:45 Uhr
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