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Fahrt in den Tod: Horror-Unfälle in Polen und Ukraine

Zug rammt BusGroßansicht

Warschau/Kiew (dpa) - Zwei verheerende Unfälle schockieren Osteuropa: In der Ukraine rammt eine Lok einen überfüllten Bus - mindestens 42 Menschen sterben. In Polen kommen 18 Saisonarbeiter bei einem Unfall im Nebel ums Leben.

Dieser Dienstag war ein schwarzer Tag für die beiden Länder: Zu dem Unfall in der Ukraine kam es nach ersten Ermittlungen, als ein Bus in der Region Dnjepropetrowsk, südöstlich der Hauptstadt Kiew, trotz einer blinkenden Warnanlage auf einen unbeschrankten Bahnübergang fuhr. Nach Angaben von Verkehrsminister Konstantin Efimenko hatte der 56 Jahre alte Fahrer, der bei dem Unfall ums Leben kam, 36 Jahre Berufserfahrung. Der Bus habe laut Augenzeugen erst vor dem Übergang gestoppt und sei dann doch losgefahren, sagte Efimenko. «Das mysteriöse Verhalten des Fahrers ist nicht erklärbar.» Unter den Toten sind mindestens zwei Kinder. Elf Menschen seien zudem schwer verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Lokomotive, die ohne Waggons unterwegs war, rammte das Fahrzeug mit voller Wucht und schob den zerstörten Bus noch rund 30 Meter vor sich her. Medien zufolge sollen sich in dem überfüllten Pendlerbus etwa 50 Passagiere befunden haben, obwohl das Fahrzeug nur für maximal 38 Mitfahrer zugelassen sei. Den Rettungskräften bot sich ein Bild des Grauens.

Präsident Viktor Janukowitsch ordnete für diesen Mittwoch Staatstrauer an. Regierungschef Nikolai Asarow sprach von einem der schwersten Verkehrsunfälle in der Geschichte des Landes. Wie in vielen ehemaligen Sowjetrepubliken gilt in der Ukraine die Sicherheit im Verkehr als völlig unzureichend. Erst 2004 und 2005 starben bei zwei ähnlichen Unfällen im Raum Odessa am Schwarzen Meer insgesamt 29 Menschen.

In Polen war ein Kleinbus am frühen Morgen in Nowe Miasto nad Pilica vermutlich bei einem Überholmanöver frontal mit einem Lastwagen zusammengestoßen, sagte ein Polizeisprecher. 16 Businsassen starben am Unfallort südlich von Warschau, zwei im Krankenhaus. Es waren Saisonarbeiter, die zu einem Obstgarten fuhren. Der Lkw-Fahrer wurde leicht verletzt.

Der VW-Transporter soll für den Transport von so vielen Menschen nicht geeignet gewesen sein. Die nicht angeschnallten Passagiere hätten auf Kisten und auf dem Boden gesessen. Der Unglückswagen sei völlig zertrümmert, hieß es von der Polizei. Die Region Mazowsze ordnete eine dreitägige Trauer an.

Zum Zeitpunkt des Unglücks habe dichter Nebel geherrscht. Polens Straßen gelten als gefährlich. Das Land hat eine der höchsten Zahlen an Verkehrstoten in der Europäischen Union. Erst am 26. September waren bei einem schweren Reisebusunglück am Schönefelder Kreuz nahe Berlin 14 polnische Touristen tödlich verletzt worden.

Unfälle / Polen
12.10.2010 · 22:50 Uhr
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