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Fahrerflucht: Böser Verdacht gegen Böhse-Onkelz-Sänger

Unfall auf der A66Großansicht
Frankfurt/Main (dpa) - Im Fall des Böhse-Onkelz-Sängers Kevin Russell, der der Fahrerflucht verdächtigt wird, soll die Untersuchung des Unfall-Fahrzeugs wichtige Erkenntnisse liefern. «Wir haben eine Vielzahl von Spuren festgestellt», sagte Polizeisprecher Alexander Löhr am Dienstag in Frankfurt.

Mit Ergebnissen - etwa von der Auswertung des DNA-Materials - sei jedoch nicht vor der kommenden Woche zu rechnen. Russell sei einer von zwei Verdächtigen, teilte ergänzend die Staatsanwaltschaft mit.

Die beiden jungen Männer, die bei dem Unfall am Silvesterabend auf der Autobahn Frankfurt-Wiesbaden (A66) schwer verletzt wurden, sind laut Polizei inzwischen außer Lebensgefahr. Sie müssten aber noch mehrere Tage im Krankenhaus bleiben.

Ein Audi Sportcoupé, das möglicherweise von dem 45 Jahre alten Musiker gesteuert wurde, war auf der A66 mit einem Opel zusammengestoßen, der in den Leitplanken landete und Feuer fing. Der 19 Jahre alte Fahrer und sein 21 Jahre alter Beifahrer wurden dabei so schwer verletzt, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern aus dem Wagen gezogen werden mussten.

Der Verursacher des Unfalls flüchtete aus dem Coupé zu Fuß über die Felder. Russell war am nächsten Tag in einem Luxushotel im Taunus festgenommen, danach aber gegen die Zahlung einer Sicherheitsleistung von 50 000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Berichte, wonach im Audi ein Gebiss sichergestellt wurde, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren. Generell könne der Fund von Zahnersatz aber nicht unbedingt weiterhelfen. «Wir brauchen einen eindeutigen Beweis, wer zum Unfallzeitpunkt am Steuer gesessen hat», sagte Löhr. Nach Medienberichten soll der Halter des Unfallwagens dem Sänger das Fahrzeug geliehen haben.

Auf der Internet-Seite der Band Böhse Onkelz heißt es, dass zum Unfall noch nicht Stellung genommen werden könne, da man mit Kevin Russell noch nicht gesprochen habe. «Im Moment gelten unsere Gedanken aber sowieso in erster Linie den beiden Unfallopfern und ihren Angehörigen.» Man hoffe auf eine schnelle und vollständige Genesung.

Die Frankfurter Rockband war rund 25 Jahre lang mit harten Tönen in der deutschen Musikszene sehr erfolgreich. 1980 ursprünglich als Punkband gegründet, veröffentlichte Böhse Onkelz in den 80er Jahren als Kultgruppe der Skinhead-Szene rechtsradikale Texte. In vielen Städten wurden daraufhin Konzerte abgesagt. In den 1990er Jahren ging die Band jedoch dazu auf Distanz und engagierte sich auch bei Konzerten gegen Rechtsextremismus und Rassenhass. 2005 fand das letzte gemeinsame Konzert der Onkelz statt.

Unfälle / Kriminalität
05.01.2010 · 16:51 Uhr
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