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Fachmann sieht keinen Domino-Effekt im Nahen Osten

Demonstration in JordanienGroßansicht

Berlin (dpa) - Nach Ansicht des Nahostexperten Stephan Roll bringen die Unruhen und Proteste in mehreren arabischen Staaten nicht zwangsläufig die dortigen Regime zu Fall.

«Die Ereignisse im nordöstlichen Afrika sind für die Region eine Zäsur, die in der Tat mit dem Mauerfall in Europa verglichen werden kann», sagte der Fachmann von der Stiftung Wissenschaft und Politik am Dienstag in der ARD. Anders als in Osteuropa werde es allerdings keinen Domino-Effekt geben. «Die Regime sind zu unterschiedlich. Die gesellschaftlichen Bedingungen, die politische Lage und die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Ländern sind zu verschieden.»

Der Wissenschaftler warnte davor, europäische Demokratiemodelle auf die Region zu übertragen. Ein abstrakter Demokratiebegriff helfe im nordöstlichen Afrika nicht weiter: «Das Ziel ist erst mal politische Öffnung, Partizipation und Rechtsstaatlichkeit, weniger beziehungsweise gar keine Korruption, soziale Ausgeglichenheit.»

Für die USA und den Westen sei es sinnvoll, «klar und deutlich zu verstehen zu geben, dass auch ein Transformationsprozess in Richtung einer politischen Öffnung mit diesem Kader nicht funktionieren kann», sagte Roll. «Diese Alt-Herren-Clique muss weg.» Am Dienstag forderten Millionen Ägypter auf den Straßen den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak.

Unruhen / Regierung / Ägypten
01.02.2011 · 23:31 Uhr
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