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Extra: Rekordgipfel in Durban

Durban (dpa) - Klimaverhandler müssen hartgesotten sein und auch mit zwei, drei Stunden Schlaf auskommen - gerade die letzten Tage verlangen viel Kondition bei meist chaotischen Zuständen.

Doch einen solchen Verhandlungsmarathon wie im südafrikanischen Durban hat es in der Geschichte der UN-Klimakonferenzen noch nicht gegeben.

REKORD: Kein Klimagipfel ging bisher wie in Durban in den 14. Tag hinein. In der Regel dauerten die bisher 17 Klimakonferenzen 12 Tage, wobei mehrfach bis zum Morgen oder Mittag des 13. Tages verhandelt wurde. Angesichts der lange Zeit diffusen Verhandlungssituation meinte ein Teilnehmer zwischendrin: «Hoffentlich sind wir bis Weihnachten fertig.»

3 MAL ADVENT: In der Nacht zu Sonntag, um Mitternacht, knackte die auf zwölf Verhandlungstage angesetzte Konferenz die Marke von 14 Tagen. Viele Delegierte, Umweltexperten und Journalisten, die schon einen Tag vor dem offiziellen Konferenzbeginn angereist waren, durften nach dem 1. und 2. Advent so auch noch den Beginn des 3. Adventsonntags im Kongresszentrum «Inkosi Albert Luthuli» erleben.

TIEFGARAGE: Die aus weißen Plastikwänden errichteten Delegiertenbüros der EU-Staaten befanden sich in der weitläufigen Tiefgarage des Durbaner Konferenzzentrums. Es war ein ganz besonderes Flair, wenn Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) zum Gespräch lud und seine Zuhörer wegen der lauten Entlüftungsanlage ihn nur über Kopfhörer hören konnten. Der Blick zur Betondecke der Tiefgarage regte nicht gerade das Denken über kreative klimapolitische Lösungen an.

SONDERFLUG: Für Freude sorgte im zähen Verhandlungsmarathon die Ankündigung, dass wegen der Vielzahl der zum verlängerten Aufenthalt in Durban gezwungenen Klimapolitiker South African Airways am Sonntag eine Sondermaschine einsetzen werde. Viele Delegierten klatschten erleichtert Beifall, ob der Aussicht, bald nach Hause zu kommen.

UMBUCHUNG: Das zähe Ringen brachte Dutzende Minister und Tausende Delegierte aus aller Welt ins Schwitzen. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) wollte eigentlich am Samstagnachmittag zurückfliegen, musste aber erst auf den Abend und dann auf Sonntag umbuchen. Viele der 15 000 Teilnehmer konnten aber wegen fehlender Ausweichflüge nicht mehr umbuchen und verließen Durban vor Abschluss der Konferenz.

UN / Klima
11.12.2011 · 22:02 Uhr
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