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Extra: Missachtete Pilot den Rat umzukehren?

Warschau (dpa) - Ein Fluglotse soll dem Piloten des polnischen Präsidentenflugzeugs kurz vor dem Anflug auf Smolensk geraten haben, wegen dichten Nebels nach Minsk in Weißrussland auszuweichen.

Das berichtete die polnische Zeitung «Gazeta Wyborcza» unter Berufung auf Militärkreise am Samstag in ihrer Online-Ausgabe. Eine russische Maschine vom Typ Il-76 habe bereits eine halbe Stunde zuvor versucht, in Smolensk zu landen. Nach zwei erfolglosen Anläufen sei der erfahrene russische Pilot, der über gute Ortskenntnisse verfüge, dann umgekehrt und nach Moskau zurückgeflogen. Der polnische Pilot soll dagegen trotz der Warnung viermal den Landeanflug versucht haben. Die Fluglotsen hätten aber kein Recht, dem polnischen Präsidentenflugzeug die Landung zu verbieten.

Ein Luftfahrtexperte von der Technischen Hochschule in Breslau, Tomasz Szulc, sagte, dem Piloten habe wahrscheinlich die «nötige Durchsetzungsfähigkeit» gefehlt. Er erinnerte an einen Zwischenfall vom Sommer 2008. Damals hatte sich ein Pilot wegen akuter Gefahrenlage über die Order des Präsidenten, direkt nach Georgien zu fliegen, hinweggesetzt und war in einem Nachbarland gelandet. Lech Kaczynski musste mit einem Auto nach Tiflis chauffiert werden. Das Staatsoberhaupt warf dem Piloten damals Befehlsverweigerung vor.

Die polnischen Spitzenpolitiker benutzen bei Auslandsreisen rund 20 Jahre alte Flugzeuge russischer Bauart. Dabei hat es zwar wiederholt Pannen gegeben, der Kauf neuer Maschinen wurde aus Spargründen jedoch immer wieder verschoben.

Präsident / Unfälle / Polen / Russland
10.04.2010 · 15:53 Uhr
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