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Extra: Der Ex-Milliardär dürfte noch immer reich sein

Moskau (dpa) - Als einst reichster Mann Russlands verfügt der Kremlgegner Michail Chodorkowski (50) vermutlich noch heute über ein ansehnliches Vermögen.

Eine offizielle Zahl, wie viel Geld nach der Zerschlagung seines einst größten russischen Ölkonzerns Yukos und nach den zehn Jahren Straflager noch übrig ist, gibt es aber nicht.

«Ich kenne meine finanziellen Verhältnisse derzeit nicht. Das Geld reicht mir zum Leben. Fußballvereine werde ich nicht kaufen», sagte er am Sonntag vor Journalisten in Berlin. «Ich sage nicht, dass ich keine eigenen Mittel habe - natürlich gibt es die», sagte er.

In russischen Medien kursiert immer mal wieder die vermutete Summe von 200 Millionen Euro. Bestätigt ist sie aber nicht. Die kremltreue russische Boulevardzeitung «Komsomolskaja Prawda» meinte, dass Chodorkowski über Firmen auf internationalen Finanzplätzen noch Geld haben könne. Das Blatt gibt sogar Schätzungen an, wonach das Vermögen Chodorkowskis zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden US-Dollar liege - ohne Beweise.

Die Frage nach dem Vermögen kommt vor allem deshalb immer wieder auf, weil für den einst berühmtesten Gefangenen Russlands nicht nur die besten - und teuersten - Anwälte im Einsatz sind. Auch kostspielige PR-Firmen setzen sich seit langem dafür ein, dass der frühere Yukos-Chef im «Informationskrieg» mit dem Kreml den ein oder anderen Treffer landet.

Auf die Frage, ob er noch Milliardär sei, wird Chodorkowski auf seiner eigenen Internetseite mit folgender Antwort aus dem Jahr 2011 zitiert: «Lustige Frage. Fragen Sie die Staatsanwälte. Die wissen alles. Ich möchte es auch gern wissen.»

Seine Juristen stellten klar, dass Chodorkowski kein Milliardenvermögen mehr habe. Das sagten sie aber möglicherweise auch mit Blick auf die immensen Forderungen des russischen Staates, der Chodorkowski in umstrittenen Verfahren wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Öldiebstahls hat verurteilen lassen.

Chodorkowskis in New York lebender Sohn Pawel sagte dem Radiosender Echo Moskwy im vergangenen Oktober, dass von dem 2003 genannten Vermögen von 15 Milliarden US-Dollar «vergleichsweise geringe Mittel» übrig seien. Im Straflager habe er als einfacher Gefangener Zugriff auf einige 1000 Rubel (je etwa 20 Euro) gehabt.

Bei seiner Entlassung aus dem Straflager am Freitag, so berichteten staatsnahe Medien in Moskau, habe Chodorkowski noch seinen Dezemberlohn von 1270 Rubel erhalten. Dort hatte der frühere Ölmanager und gelernte Chemiker Aktenordner aus Pappe hergestellt.

Menschenrechte / Präsident / Russland
22.12.2013 · 13:52 Uhr
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