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Experten sehen grundsätzliche Mängel an Biblis A

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Wiesbaden (dpa) - Atomexperten sehen grundsätzliche, bislang nicht behobene Sicherheitsmängel am Reaktorblock A im südhessischen Kernkraftwerk Biblis.

Beim vereinbarten Atomausstieg habe die Bundesregierung nur deshalb auf die erforderlichen teuren Nachrüstungen an Biblis A verzichtet, weil die Abschaltung für 2007 angestanden habe. Das sagte Wolfgang Renneberg, unter Rot-Grün Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, am Mittwoch in Wiesbaden bei einem Pressegespräch der SPD-Fraktion.

Wenn die CDU/FDP-Bundesregierung nun die Laufzeiten der Kernkraftwerke wieder um Jahre verlängern wolle, sei das Unterlassen der Nachrüstungen nicht mehr hinnehmbar, sagte der Verwaltungsjurist Prof. Alexander Roßnagel von der Universität Kassel. Auch der Physiker Lothar Hahn, früher Leiter der Reaktorsicherheitskommission, sagte: «Ein verlängerter Betrieb kann nur angedacht werden, wenn es zu erheblichen Sicherheitsverbesserungen kommt.»

Renneberg listete drei konstruktionsbedingte Mängel an Deutschlands dienstältestem Reaktor auf, der seit 1974 läuft. Biblis A sei schlecht gegen Flugzeugabstürze gesichert, die mögliche Vernebelung bei einem Angriff sei ein «schwaches Mittel». Es gebe kein von den anderen technischen Kreisläufen unabhängiges Notsystem. Eine Gefahr seien auch Leitungslecks, wenn Wasser unter hohem Druck auf andere Teile der Anlage trifft.

Der Energiekonzern RWE als Betreiber von Biblis hatte beide Reaktorblöcke in den vergangenen Jahren über längere Pausen stillgelegt und damit die drohende Stilllegung hinausgezögert.

Energie / Atom / SPD
30.06.2010 · 14:24 Uhr
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