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Experten sehen Ausbau der Krippenplätze gefährdet

Wegen fehlender Betreuer könnte vielen Familien ein Krippenplatz verwehrt bleiben. (Archivbild)Großansicht
Berlin/Stuttgart (dpa) - Beim geplanten bundesweiten Ausbau der Kinderbetreuung bis 2013 haben Länder und Gemeinden im Westen nach Einschätzung von Experten mit Personalproblemen zu kämpfen.

Die West-Bundesländer müssen einer aktuellen Studie zufolge große Anstrengungen unternehmen, um den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. Im Westen fehlen allein bis 2013 etwa 32 000 Tagesmütter.

«Es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Personalengpässen rechtzeitig entgegenzuwirken», erklärte Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts in München, am Donnerstag. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesbildungsministeriums und der Robert Bosch Stiftung erstellt.

In den Kindertagesstätten müsste nach den Hochrechnungen bis zu 7800 Fachkräfte zusätzlich eingestellt werden. In den Jahren 2015 und 2017 nimmt der Personalmangel noch weiter zu: Insgesamt fehlen laut Studie dann über 75 000 Beschäftigte.

Zudem wachse nach 2013 der Kreis der Interessenten für Betreuungsangebote weiter. Nach Berechnungen von Rauschenbach und dem Dortmunder Erziehungswissenschaftler Matthias Schilling steigt der bundesweite Bedarf an Krippenplätzen von zunächst 35 Prozent auf bis zu 48 Prozent im Jahr 2017. Bisher ist ein Versorgungsgrad in der Größenordnung von 35 Prozent bis zum Jahr 2013 geplant.

Dabei unterscheiden sich die Werte zwischen den Bundesländern erheblich. Im Osten wie beispielsweise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich in den nächsten Jahren sogar ein geringer Erzieherüberschuss ab.

Im Westen hingegen fehlen in einzelnen Ländern über zehntausend qualifizierte Betreuer. Auf Nordrhein-Westfalen mit fast 22 000 fehlenden Kräften im Jahr 2017 an der Spitze folgt Niedersachsen mit über 13 000 zusätzlich erforderlichen Fachkräften.

Die Forscher weisen aber darauf hin, dass die Politik durchaus effektive Maßnahmen ergreifen könne, um einem drohenden Personalnotstand zu begegnen. So könnten etwa Fachschulen und Hochschulen mehr Studienplätze anbieten oder mehr in die Ausbildung von Tagesmüttern investiert werden.

Familie / Kinder
15.07.2010 · 21:48 Uhr
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