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Experte spricht von «Teilerfolg» im Golf von Mexiko

Freiberg (dpa) - Die vorübergehende Schließung des sprudelnden Bohrlochs im Golf von Mexiko gibt Experten Anlass zur Hoffnung. «Ich bewerte das als Teilerfolg», sagte Prof. Matthias Reich von der TU Bergakademie Freiberg am Freitag der Nachrichtenagentur dpa.

Es sei gut, dass Fachleute des BP-Konzerns alle Ventile eines tonnenschweren Auffangzylinders in 1500 Meter Tiefe schließen konnten. Nun müssten aber die nächsten Stunden abgewartet werden.

«So eine Bohrung ist sehr komplex. Man weiß noch nicht einmal zu 100 Prozent, wo genau das Öl eigentlich austritt», erklärte der Experte für Bohrtechnik. «Das wird jetzt durch die Versuche ermittelt. Wenn der Druck in der verschlossenen Bohrung langsam, aber stetig ansteigt, wäre das ein gutes Zeichen dafür, dass die Stahlrohre im Untergrund noch intakt sind. Wie viel Druck die Rohre aber aushalten, müssen weitere Versuche ergeben.»

Das Testprogramm solle bis zu 48 Stunden dauern, erklärte Reich. Sobald es Anzeichen gebe, dass die Belastung zu groß wird, müsse das Loch wieder geöffnet und das Öl auf Schiffe geleitet werden. Er nannte es richtig, dass bei der Bekämpfung der Ölpest verschiedene Methoden ausprobiert wurden. «Wir sehen von Lösungsansatz zu Lösungsansatz, dass sie besser funktionieren, aber leider auch längere Entwicklungszeiten benötigen.»

Reich, der das Geschehen im Internet verfolgt, verwies zugleich darauf, dass das Bohrloch noch längst nicht endgültig unter Kontrolle sei. Bis dahin könne es weitere Wochen dauern. «Eine echte Lösung des Problems bieten nur die Entlastungsbohrungen, die bereits Anfang Mai begonnen wurden und nun kurz vor der Vollendung stehen. Sie verschließen die Lagerstätte direkt am Herd des Problems in vier Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden.»

Umwelt / USA
16.07.2010 · 23:03 Uhr
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