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Experte: Jedes Tagebaurestloch ist anders

Freiberg (dpa) - Kein künstlicher See in einem stillgelegten Tagebau gleicht nach Einschätzung des Bergbauexperten Bernd Sablotny dem anderen. Knackpunkt sei die Anlage der Böschung.

«Mit einer Faustregel kann so etwas daher nicht gebaut werden. Das geht vielleicht im Kleingarten», sagte der Experte, der beim Sächsischen Oberbergamt in Freiberg für Braunkohlebergbau und Untertagebergbau zuständig ist.

Spezialtiefbauer, Geologen und Bergbausanierer müssen mit Gutachten, Messungen, Kernbohrungen und zahlreichen Tests das geeignete Modell für den speziellen geologischen Fall finden. «Da geht es um die Festigkeit des Bodens, um die Zusammensetzung des Gesteins - ob Lehm oder Kies, um die Körnung des Materials, ob es gewachsener Boden ist oder bereits natürlich eine Böschung gebildet hat oder Tonnen aufgeschichtet wurden», sagt Sablotny. «Jedes Restrisiko muss ausgeschlossen werden.»

Im Kleinen könnten Böschungen an Autobahnen begutachtet werden oder im Baustoffhandel bei aufgeschichteten Kiesbergen. «Bei Tagebaurestlöchern handelt es sich jedoch um teilweise mehr als hundert Meter, die zum Teil unter und dann auch noch über Wasser dem See Halterung geben», sagt Sablotny. Bei einem Swimmingpool seien Boden und Seitenwände wasserundurchlässig. «Im Tagebaurestloch wirken hingegen verschiedene Wasserdrücke.»

Fachleute bezögen Dutzende Parameter in ihre Berechnungen über den idealen Böschungsaufbau ein. «Es darf nichts ins Rutschen kommen», sagte Sablotny. Der Grund für das Unglück in Nachterstedt sei ihm noch unklar. «Das müssen Experten genau vor Ort untersuchen.»

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19.07.2009 · 21:58 Uhr
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