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Experte: Globales Sicherheitssystem für Luftfracht fehlt

Berlin (dpa) - Beschränkungen für das Handgepäck, Schuhe ausziehen an der Sicherheitskontrolle, zuletzt die Diskussion über die umstrittenen Körperscanner - die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen sind seit dem 11. September 2001 weltweit schrittweise ausgeweitet worden.

Das gilt offenbar aber vor allem für den Personenverkehr. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) musste am Sonntag einräumen, dass der Frachtverkehr vernachlässigt worden ist. «Es gab auch wenig Hinweise, dass es jetzt Anschläge über die Luftfracht gibt», sagte er. Die Sicherheitslücke wurde nun von Terroristen ausgenutzt, die vom Jemen Sprengstoffpakete Richtung USA schickten.

Der Luftverkehrsexperte Elmar Giemulla sagte am Sonntag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, dass die Kontrollen der Luftfracht in Ländern wie Großbritannien, USA und Deutschland zwar «stabil» seien. Das Problem liegt aber woanders: Für die Sicherheit der Fracht sind vor allem die Ursprungsflughäfen zuständig. «Es gibt natürlich Länder, da gibt es Sicherheitslücken», erklärte der Professor für Luftrecht an der Technischen Universität Berlin. «Da gibt es zwar Vorschriften, die werden aber nicht so richtig beachtet.»

Notwendig ist nach Ansicht des Experten deshalb ein weltweit einheitliches Sicherheitssystem für die Luftfracht. Es gebe zwar eine internationale Luftfahrtorganisation, die gewisse Standards setze. «Aber diese Standards sind von den 119 Mitgliedsstaaten unterschiedlich umgesetzt oder sie werden nicht immer beachtet», sagt Giemulla. Die EU-Kommission müsse deswegen zügig mit möglichst vielen Staaten Abkommen schließen, in denen die europäischen Standards zur Pflicht gemacht werden.

Zudem müsse ein Kontrollsystem geschaffen werden. «Das ist ein Riesenaufwand, wie man sich vorstellen kann.» Und es dauere, bis ein solches System wirksam ist. «Bis das der Fall ist, müsste eigentlich jedes Frachtstück, das aus sogenannten unsicheren Ländern kommt, hier bei uns in Deutschland nach der Landung kontrolliert werden.»

Terrorismus / USA / Großbritannien / Deutschland
31.10.2010 · 21:35 Uhr
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