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Experte: G20 wird erstes Forum für Weltpolitik

Toronto (dpa) - Die Gruppe der 20 wichtigsten Volkswirtschaften (G20) wird sich nach Einschätzung eines Experten zum Spitzenforum für Weltpolitik mausern. Damit werde die G20 die Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russland (G8) ablösen, auch wenn diese mehr Gemeinsamkeiten hätten.

Das sagte David Shorr von der US-Denkfabrik Stanley Foundation der Deutschen Presse-Agentur dpa.

So hätten die G20-Staatenlenker bereits ihre Fähigkeit bewiesen, angesichts der Finanzkrise den Ausbruch einer regelrechten Depression zu verhindern, sagte Shorr in Toronto. Bald würden sie sich auch anderer Herausforderungen wie der Entwicklungspolitik oder dem Klimawandel annehmen.

Er erwarte, dass die G8 zumindest kurzfristig in Fragen von Frieden und Sicherheit etwa gegenüber dem Iran und Nordkorea wegen deren Atompolitik ihre Stärke bewahren würden. «Es gibt derzeit keinen diplomatischen Drang, die G8 zu beenden», sagte Schorr. «Aber wenn man sich die Sache über einen Zeitraum von einigen Jahren ansieht, sage ich voraus, dass die Staats- und Regierungschefs bei politischen und sicherheitspolitischen Themen das gleiche Gefühl haben werden, wie bei Wirtschaftsthemen: Dass jeder dabei sein muss.» 

Shorr äußerte sich anlässlich des vierten G20-Gipfeltreffens, das am Samstagnachmittag (Ortszeit) in Toronto beginnen sollte. Vorangegangen ist ein gut eineinhalbtägiges G8-Treffen. Die G20 waren erstmals auf Ebene der Staats- und Regierungschefs im November 2008 zum akuten Finanzkrisen-Management zusammengekommen. Sie einigten sich auf den Schutz des freien Handels und milliardenschwere Konjunkturprogramme. Eher zäh verlaufen jetzt allerdings die Verhandlungen um Finanzmarktreformen, globale Handels-Ungleichgewichte und den Abbau der Staatsschulden.

G8 / G20 / Gipfel
26.06.2010 · 22:06 Uhr
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