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Experte empfiehlt Kliniken verborgene Alarmknöpfe

Stuttgart/Bad Neuenahr (dpa) - Als Sicherheitsmaßnahme im Fall von Amokläufen an Krankenhäusern wie in Lörrach empfiehlt ein Experte verborgene Alarmknöpfe.

«Damit könnte die stets besetzte Brandmeldezentrale im Krankenhaus alarmiert werden», sagte Heinrich Knoche, der Seminare für Krankenhäuser an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr organisiert, der Nachrichtenagentur dpa. Seiner Ansicht nach müssten alle Abteilungen mit einem Alarmknopf ausgestattet sein. «Meines Wissens hat noch kein Krankenhaus in Deutschland eine solche Sicherung.»

Am Sonntag hatte im südbadischen Lörrach eine Frau ihren Mann, ihren Sohn und in einer benachbarten Klinik einen Krankenpfleger getötet. Nach einem Feuergefecht wurde sie von einem Polizisten erschossen.

Generell sieht Knoche keine besondere Sicherheitsdefizite in Krankenhäusern. Das Thema Amoklauf erhalte aber neue Bedeutung. Es werde künftig deutlicher als bisher ansprochen werden, sagte der Experte. Eine Maßnahme sei ein stiller Alarm, der wie an einem Bankschalter über einen verborgenen Knopf auszulösen sei.

Er empfiehlt außerdem regelmäßige Treffen zum Thema Sicherheit im Krankenhaus, an denen neben dem Katastrophenschutzbeauftragten der Klinik auch deren Verwaltungs- und ärztliche Spitze teilnehmen sollte. Katastrophenschutzbeauftragte können Ärzte, Pfleger, Techniker oder Verwaltungsangehörige sein.

Auch beim Zugang zu Kliniken sei mehr Sorgfalt wichtig. Nebeneingänge dürften nicht offenstehen, der Haupteingang müsse mit Personal besetzt sein, das Besucher erst nach einem Gespräch einlasse. «Vielerorts ist die Gutgläubigkeit noch groß», sagte Knoche.

Kriminalität
20.09.2010 · 22:30 Uhr
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