News
 

Experte: Deutlich höhere Sätze kaum zu erwarten

AlleinerziehendeGroßansicht

Berlin (dpa) - Der auf Verteilungsfragen spezialisierte Wirtschaftsforscher Markus Grabka hat Hoffnungen auf deutlich höhere Regelsätze für Hartz-IV-Bezieher gedämpft.

«Da bin ich sehr skeptisch», sagte der Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Berlin.

Es sei zwar nicht auszuschließen, dass am Ende der derzeit laufenden Neuberechnung mehr Geld für Langzeitarbeitslose herauskomme. Zwingend sei dies aber nicht. «Zuviel erwarten darf man da nicht.» Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

Seine zurückhaltende Einschätzung begründete der Wissenschaftler mit dem Hinweis, dass die Einkommen im unteren Segment in den vergangenen Jahren keine großen Sprünge gemacht haben. Diese gehen maßgeblich in die neue Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes ein, auf deren Grundlage die Hartz-IV-Sätze festgelegt werden.

Es sei daher «durchaus vorstellbar», dass mit der Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze «durchaus ähnliche Werte wie heute herauskommen». Derzeit liegt der volle Regelsatz bei 359 Euro im Monat.

Die am Wochenende in Medienberichten genannte Anhebung auf 400 bis 420 Euro nannte Grabka «Kaffeesatzleserei». «Solange man keinen Zugriff auf die Daten des Statistischen Bundesamtes hat, sind das alles nur Vermutungen.»

Denkbar sei, dass damit Druck auf die Bundesregierung ausgeübt werden solle, «den Geldhahn etwas weiter aufzudrehen». Die schwarz- gelbe Koalition peilt im Rahmen des bis 2016 geplanten 80-Milliarden- Euro-Sparpakets deutliche Kürzungen im Sozialbereich an.

Soziales / Arbeitsmarkt
02.08.2010 · 13:32 Uhr
[1 Kommentar]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.01.2017(Heute)
23.01.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen