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Experte: BP-Dichtungsversuch hat durchaus Chancen

Clausthal-Zellerfeld (dpa) - Zur Eindämmung der Ölpest im Golf von Mexiko ist das Bohrloch jetzt mit einer tonnenschweren Stahlglocke abgedichtet worden.

Professor Kurt Reinicke, Leiter des Lehrstuhls für Erdöl- und Erdgasgewinnung an der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld, räumt dem Verfahren durchaus Chancen ein. «Es gibt unterschiedliche Erwartungen von den hoffnungsvollen der amerikanischen Regierung und der durch die Rückschläge vorsichtig gewordenen BP.» Von der technischen Seite sei das Verfahren neben der Entlastungsbohrung der richtige Weg. «Aber, die Glocke allein ist keine Dauerlösung», sagte der Wissenschaftler der Nachrichtenagentur dpa.

Es gehe jetzt darum, dass der Druck durch das aus dem Bohrloch heraus schießende Öl nicht nachlässt. Die Berechnungen gingen davon aus, dass sich unter der Kappe ein Druck von 550 bar aufbaut. «Sind es nur 400 bar oder weniger, hat sich das Öl andere Wege gesucht und das Loch ist nicht abgedichtet.» Bei 550 bar gelte das Loch als geschlossen, und es könne begonnen werden, es aus der Stahlkappe in Tanker zu füllen, sagte Reinicke.

Falls die Kappe auf dem Meeresgrund das Bohrloch nicht schließt, habe die BP noch eine zweite Chance. «Nach meinen neuesten Informationen ist der Bohrer der Entlastungsbohrung nur noch etwa 1,20 Meter von der Havarie-Bohrung entfernt.» Diese Bohrung sei jetzt während der Abdichtungsversuche mit der Glocke gestoppt worden.

«Wenn bei der Entlastungsbohrung das alte Loch getroffen wird, dann müsste die Katastrophe nach menschlichem Ermessen unter Kontrolle sein. Danach könnte die Förderung wieder aufgenommen werden. Die Kappe, die jetzt aufgesetzt wurde, war sowieso nur eine vorübergehende Maßnahme», sagte der Wissenschaftler.

Nach Auffassung von Reinicke wäre die Katastrophe zu vermeiden gewesen, wenn man von Anfang an darauf geachtet hätte, dass mit der Bohrung alles in Ordnung ist. «Es war eine Kette von Versagen.» Die Technik, in Tiefen bis zu 2000 Metern nach Öl zu bohren, hält Reinicke für «ausgereift».

Umwelt / USA
16.07.2010 · 23:03 Uhr
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