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Experte: Amokläufer treibt Wut und Verzweiflung

Amoklauf in WinnendenGroßansicht
Darmstadt (dpa) - Amokläufer wie der Gymnasiast aus dem mittelfränkischen Ansbach werden nach Erkenntnissen des Kriminalpsychologen Jens Hoffmann von einer «Mischung aus kalter Wut und Verzweiflung» getrieben.

«Es gibt immer wieder die gleichen Muster», sagte der 40 Jahre alte Experte von der Technischen Universität Darmstadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Hoffmann hatte erst kürzlich eine Studie vorgestellt, in der er sich intensiv mit Amokläufern befasste.

«Wir sehen in solchen Fällen immer wieder Zurückweisungen von Mädchen und persönliche Krisen», schilderte Hoffmann. Dies führe zu einer starken Schädigung des Selbstwertgefühls. «In der Folge flüchten sich gerade Männer in eine Kriegermentalität.» Vor allem die «Rolle des Rächers» sei bei ihnen «kulturell stärker verankert». Studien zeigten, dass Amokläufe selten von Frauen begangen werden.

Vor Amokläufen gebe es oft Warnsignale. «Manche äußern eine große Hoffnungslosigkeit, andere zeigen sogar ihre Waffen.» Wenn Lehrer Warnsignale zu erkennen glauben, sollten sie sich professioneller Hilfe anvertrauen - etwa Krisen-Teams oder der Polizei. «In solchen Fällen brauchen wir unbedingt eine professionelle Kriseneinschätzung», sagte Hoffmann. «Die ist aber regional ganz unterschiedlich ausgeprägt - von professionell bis katastrophal.»

Kriminalität / Schulen
22.09.2009 · 14:03 Uhr
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