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Exbeamter im US-Außenamt als Kuba-Spion angeklagt

Kubanische FlaggeGroßansicht
Washington (dpa) - Ein Exbeamter im US-Außenministerium, der Zugang zu hochgeheimen Informationen hatte, und seine Frau sind als langjährige Spione für Kuba angeklagt worden. Über drei Jahrzehnte hinweg hätten Walter (72) und Gwendolyn Myers (71) Geheimnisse an das Regime in Havanna weitergegeben.

Das teilte das US-Justizministerium in Washington am Freitag mit. Der Abteilungsleiter für nationale Sicherheit in der Behörde, David Kris, erklärte, die den Eheleuten vorgeworfenen Aktivitäten seien «unglaublich ernst».

US-Medien sprachen am Samstag von einer Spionagegeschichte, wie man sie sonst aus Hollywood-Filmen kennt. Demnach sollen sich der unter dem Codenamen «Agent 202» operierende Walter Myers und seine Frau alias «Agentin 123» wiederholt im Ausland mit kubanischen Vertretern getroffen und sich ansonsten per Kurzwellenradio mit der kubanischen Seite verständigt haben. Offensichtlich aus Furcht vor einer Entdeckung lernte Myers nach Ministeriumsangaben geheime Informationen häufig auswendig und gab sie dann mündlich weiter. In anderen Fällen seien der kubanischen Seite Unterlagen durch den Austausch von Einkaufswagen in Supermärkten zugespielt worden.

Wie es weiter hieß, hatte Myers zunächst über lange Jahre als Ausbilder am Institut für Außendienste des Ministeriums gearbeitet, dann im Büro für Geheimdienste und Forschung. Vom Juli 2001 bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2007 sei er auf die Analyse von geheimdienstlichen Informationen über europäische Angelegenheiten spezialisiert gewesen und habe täglich Zugang zu geheimen Daten gehabt. So stellte sich der Mitteilung zufolge im Zuge der Ermittlungen gegen ihn heraus, dass er allein im letzten Jahr seiner Ministeriumstätigkeit über 200 «brisante oder geheime» Geheimdienstberichte zu Kuba einsah.

Festgenommen wurde das Ehepaar am Donnerstag - nach den Ministeriumsangaben als Ergebnis einer verdeckten Operation der Bundespolizei FBI. Demnach gab sich ein Beamter als kubanischer Geheimdienstmitarbeiter aus. Bei Treffen mit ihm hätten Myers und seine Frau unter anderem zugesagt, Informationen über für Lateinamerika zuständige US-Regierungsmitarbeiter weiterzugeben. In den Gesprächen mit dem vermeintlichen Kubaner zeigte sich laut Gerichtspapieren auch das mutmaßliche Motiv für die Spionage: eine große leidenschaftliche Liebe für das kommunistische Land.

Spionage / USA / Kuba
06.06.2009 · 16:00 Uhr
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