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Ex-Heimkinder lehnen Mixas Gesprächsangebot ab

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München (dpa) - Mit Ablehnung haben zwei ehemalige Heimkinder auf das Gesprächsangebot des Augsburger Bischofs Walter Mixa zu den Misshandlungsvorwürfen reagiert.

Beide Frauen könnten in den Äußerungen des Augsburger Bischofs kein annehmbares Gesprächsangebot erkennen, erklärten sie in einem Interview mit dem Onlinedienst «sueddeutsche.de». Sie hatten in eidesstattlichen Erklärungen den Bischof bezichtigt, vor rund 30 Jahren als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bei kleinen Verfehlungen in dem dortigen Kinderheim St. Josef brutal zugeschlagen zu haben.

Insgesamt sechs ehemalige Heiminsassen haben Mixa in seiner Zeit als Stadtpfarrer im bayerischen Schrobenhausen (1975-1996) die Anwendung körperlicher Gewalt vorgeworfen. Von «Ohrfeigen, Fausthieben und Hieben auf das nackte Gesäß» war dabei die Rede. Eine weitere Frau sagte nach Angaben des «Donaukuriers», sie sei im Firmunterricht von Mixa geschlagen worden und habe anschließend seinen Ring küssen müssen.

Mixa hat alle Vorwürfe entschieden von sich gewiesen und über das Ordinariat erklären lassen, die Angaben seien «absurd und erfunden». Er habe niemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt. Gleichzeitig hatte er sich durch die Vorwürfe «zutiefst erschüttert» gezeigt und bereit erklärt, mit den Betroffenen zu sprechen. Die Sorge um das Wohl und die Zukunft von Kindern, Jugendlichen und Familien sei ihm ein vorrangiges Anliegen seiner seelsorglichen Arbeit.

Ein heute 47-Jährige Frau aus Augsburg sagte, sie sei zu so einem Gespräch nicht bereit, solange Mixa die Prügel-Attacken abstreite. Sie sei von ihm persönlich zwei- oder dreimal brutal geschlagen worden und leide noch immer darunter. Ihr Lebensgefährte sagte der Nachrichtenagentur dpa am Karfreitag, die Frau habe nach der Offenlegung der Prügeleien nur noch geweint und sei über Ostern weggefahren. Sie sei tief verletzt, von Mixa als Lügnerin hingestellt zu werden.

Inzwischen hat sich nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» ein weiteres ehemaliges Heimkind gemeldet und erklärt, von Mixa damals brutal geschlagen worden zu sein. Der Sprecher der Regierung von Oberbayern sagte am Donnerstag, über die angeblichen Vorfälle sei in den Akten von damals nichts zu finden. Damit sei die Angelegenheit für die Regierung Oberbayern erledigt. Die Regierung prüft inzwischen als Heimaufsichtsbehörde Misshandlungs-Vorwürfe in dem Kinderzentrum aus jüngerer Zeit. Dabei geht es um mögliche Fälle, die noch nicht verjährt sind.

Ein Übergriff habe sich 1999 in der Schrobenhausener Einrichtung ereignet. Ein Heim-Mitarbeiter habe einem Kind einen Kinnhaken verpasst und sei daraufhin entlassen worden. Bisher unbekannte Vorwürfe, es habe noch vor fünf Jahren Züchtigungen in dem Heim gegeben, würden überprüft. Das Haus in Schrobenhausen war bis 1990 von Franziskanerinnen der Mallersdorfer Kongregation geführt worden und ist jetzt unter weltlicher Leitung.

Ehemalige Heimbewohner haben neben Mixa auch Nonnen beschuldigt, in der 1970er und 1980er Jahren in dem Heim geprügelt zu haben. Eine Betroffene sagte der Nachrichtenagentur dpa, sie sei mehrfach mit einem Besenstiel und einem Stock geschlagen worden. Einmal habe sie eine Nonne mit einem Schlüsselbund am Kopf verletzt. «Ich habe ein Loch im Kopf gehabt, das war schon grausam, was ich da erlebt habe», sagte die Frau. Eine der beschuldigten Nonnen soll bis heute in dem Heim tätig sein.

Die katholische Laienorganisation «Wir sind Kirche» hatte den Bischof aufgefordert, so lange sein Amt ruhen zu lassen, bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien. Der Sprecher der Organisation im Bistum Augsburg, Herbert Tyroller, kritisierte, dass Mixa mit der Androhung zivil- und strafrechtlicher Konsequenzen die Opfer einschüchtere. Das sei nicht der «richtige christliche Weg».

Kirchen / Kriminalität
02.04.2010 · 12:30 Uhr
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