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Ex-Finanzminister fordert Neuwahlen in Russland

Moskau (dpa) - Bei den russischen Massenprotesten gegen die umstrittene Parlamentswahl hat der prominente Ex-Finanzminister Alexej Kudrin überraschend Neuwahlen gefordert.

Russische Nachrichtenagenturen und der Radiosender Echo Moskwy verbreiteten den völlig unerwarteten Auftritt Kudrins am Samstag in Moskau mit mehreren Eilmeldungen. Kudrin forderte auch live im Radio den Rücktritt von Wahlleiter Wladimir Tschurow.

Drei Wochen nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl fordern Menschen bei Straßenprotesten in vielen Städten Russlands bei Minusgraden und viel Schnee Neuwahlen. Die Polizei sprach zu Beginn der Kundgebung in Moskau von mehr als 20 000 Teilnehmern. Bei einzelnen nicht genehmigten Straßenprotesten kam es zu Festnahmen, wie die Agentur Interfax meldete.

Der unlängst von Präsident Dmitri Medwedew entlassene Minister Kudrin forderte deutlich mehr politische Reformen und Freiheiten, als die am vergangenen Donnerstag vom Kremlchef in Aussicht gestellten. «Wenn wir das schaffen, dann haben wir die Möglichkeit, unserem Land große politische Stabilität zu sichern», sagte Kudrin. Er erwartet innerhalb eines Jahres vorgezogene Wahlen.

Die Teilnahme des Politikers an den größten Anti-Regierungsprotesten seit dem Machtantritt von Wladimir Putin vor zehn Jahren galt als Sensation, weil Kudrin weiter zum Machtlager gezählt wurde.

Wahlen / Demonstrationen / Russland
24.12.2011 · 12:04 Uhr
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