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Eva Luise Köhler - auch die First Lady geht

Eva Luise KöhlerGroßansicht
Berlin (dpa) - Als Horst Köhler im Mai 2009 zum zweiten Mal zum Bundespräsidenten gewählt wurde, machte er seiner Frau unter der Reichstagskuppel eine öffentliche Liebeserklärung.

«Und dir, Eva, möchte ich Danke sagen. Jede Stunde ist ein Geschenk mit dir.» So begann für Deutschlands First Lady die zweite «Amtszeit». Die ist nun jäh vorbei.

Wie bei den Frauen von hochrangigen Politikern üblich, hatte sich auch Eva Luise Köhler (63) eine wohltätige Organisation ausgesucht, für die sie sich engagiert. Und weil beim öffentlichkeitsscheuen Mann der Kanzlerin, dem Physiker Joachim Sauer, der Glamourfaktor gen Null tendiert, war die Aufmerksamkeit für Köhler vielleicht noch ein bisschen größer als bei ihren Vorgängerinnen.

Bei öffentlichen Auftritten waren die Köhlers oft Hand in Hand zu sehen. Beide sind sportliche und disziplinierte Menschen, in Berlin geht das Paar gelegentlich ins Theater. Die Politik war seine Sache, eher nicht ihre, auch wenn sie selbst einmal auf Kommunalebene politisch aktiv war - allerdings in der SPD, aus der sie 1990 austrat.

Ob die First Lady zu Empfängen lud oder für das Müttergenesungswerk unterwegs war, bei ihren Terminen wirkte sie gut vorbereitet und auf die Sache konzentriert. Viel Rummel um die eigene Person schien Eva Köhler fremd. «Ich bin nicht im Showgeschäft», sagte sie einmal im dpa-Interview.

Ähnlich wie ihr Mann kam Eva Köhler bei den Bürgern gut an. Sie singt gern, hat eine freundliche Art und einen elegant-gediegenen Stil. Vorgängerin Christina Rau, die sich abseits des Protokolls mit Fallschirmspringen vergnügte, war etwas kerniger - und vielleicht auch bekannter.

Geboren wurde Eva Luise Bohnet 1947 als jüngste von drei Schwestern im schwäbischen Ludwigsburg. Ihren Mann hat sie als junge Frau nach einem Kinobesuch kennen gelernt, als sie ihm Schutz unter ihrem Regenschirm anbot. 1969 heirateten die beiden, sie arbeitete mehrere Jahre als Lehrerin, unter anderem in Bonn.

Die Familie hat einiges mitgemacht. Tochter Ulrike erblindete als Jugendliche, Sohn Jochen wurde mit 17 Jahren Vater. Über 40 Jahre sind die Köhlers schon verheiratet. Die öffentliche Liebeserklärung ihres Mannes bei der Wiederwahl hat sie gefreut. «Da musste ich natürlich schlucken.»

Für ihr ehrenamtliches Engagement suchte sich Eva Köhler ACHSE aus, die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen. «Sie hat Großartiges für uns geleistet und sich von ganzem Herzen für die Betroffenen engagiert», hieß es dort nach dem Rückzug des Bundespräsidenten. Ob die Ex-First-Lady weiter Schirmherrin bleibt, stand noch nicht fest.

Bundespräsident / Leute
01.06.2010 · 10:50 Uhr
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