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Europaweite Proteste der Milchbauern gegen sinkende Preise

Berlin (dts) - Mehrere Tausend Milchbauern protestieren seit dem vergangenen Freitag europaweit erneut gegen sinkende Milchpreise und fordern in diesem Zuge die Verdoppelung der Erzeugervergütung sowie die Senkung der Produktion. Derzeit erhalten die Bauern etwa 24 Cent pro Liter Milch. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte die EU zu weiteren Hilfen aufgefordert, war damit aber gescheitert. "Die Wut der Bauern ist groß, es wurde wieder alles abgeschmettert", so Romuald Schaber, Chef des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Bereits im letzten Jahr hatten die Milchbauern Deutschlands mit einem Lieferstopp auf die schlechten finanziellen Verhältnisse im Handel aufmerksam gemacht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte nach diesem Lieferstopp den Aufruf zum Boykott untersagt. Schaber erklärte dennoch, heute Morgen habe "der Tankwagen zum letzten Mal Milch geholt." Im schleswig-holsteinischen Horst haben etwa 40 deutsche Milchbauern drei Eingänge des Aldi-Zentrallagers blockiert und mit Plakaten auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Rund 35 Landwirte haben vor dem Bonner Agrarministerium rund 7.000 Liter Milch verschüttet. Bei Leoben in der Steiermark wurde ein Autobahnknoten der A9 durch rund 100 Milchbauern blockiert. Auch in Frankreich und Belgien hatten die entsprechenden Verbände die Bauern zum sofortigen und unbefristeten Lieferstopp aufgerufen. Deutschland, Italien, Luxemburg, Österreich, Niederlande, Belgien und die Schweiz haben sich in ihrem Protest solidarisiert. In den Märkten seien erst in einigen Tagen Auswirkungen des Lieferprotestes spürbar.
DEU / Europa / Milch / Proteste
14.09.2009 · 16:18 Uhr
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