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Europäer wollen höhere Zusagen für Weltklimagipfel

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Nanjing (dpa) - Die Europäische Union hat China, die USA, Japan und andere Länder eindringlich aufgefordert, größere Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgase zu unternehmen.

Die Zusagen für den Klimagipfel in einer Woche in Kopenhagen seien nicht ausreichend, warnte der EU-Ratspräsident, Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, am Montag auf dem EU-China-Gipfel mit Regierungschef Wen Jiabao in der ostchinesischen Stadt Nanjing. «Was an globalen Bemühungen auf den Tisch gelegt worden ist, ist nicht genug», sagte Reinfeldt mit Blick auf das Ziel, die Erderwärmung unter zwei Grad halten zu müssen. «Es muss mehr getan werden.»

Die USA hätten eine historische Verantwortung wegen der bereits angesammelten Treibhausgase und außerdem einen hohen Ausstoß an Kohlendioxid pro Kopf, hob Reinfeldt hervor. Aber auch China - heute der größte Treibhausgas-Verursacher weltweit - müsse vorangehen. «Wir können das Problem des Klimawandels für die Menschheit nicht lösen, wenn China nicht Führung und Verantwortung übernimmt.» Reinfeldt begrüßte gleichwohl die Zusagen Chinas, den Ausstoß von Kohlendioxid für jeden erwirtschafteten Yuan bis 2020 um 40 bis 45 Prozent zu reduzieren, als wichtigen Schritt für Kopenhagen.

«Wir fordern alle Seiten auf, alles zu tun, was sie können, um zu einem umfassenden und globalen Abkommen beizutragen», sagte EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der Klimawandel, die europäische Forderung nach einer Aufwertung der chinesischen Währung und Handelsspannungen standen im Mittelpunkt des 12. EU-China- Gipfels. Beide Seiten beschrieben die Gespräche als «offen» oder «freimütig» und konnten ihre Differenzen kaum verhehlen.

Chinas Ministerpräsident wies mit deutlichen Worten «ungerechte» Forderungen nach einer Aufwertung der chinesischen Währung zurück. Den Yuan stabil zu halten, sei entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität. Eine Aufwertung würde Chinas Entwicklung begrenzen, sagte Wen Jiabao offenbar mit Blick auf die chinesische Exportindustrie, die durch den Rückgang der Ausfuhren in der Krise schwer getroffen ist. Aus europäischer Sicht ist der Yuan unterbewertet, was Chinas Exporte verbilligt und die EU-Ausfuhren nach China verteuert.

Beide Seiten unterzeichneten fünf Vereinbarungen über die Zusammenarbeit im Umweltschutz, beim Handel, in der Industrie und im Baubereich. Auch wurde das Abkommen über die Kooperation in Wissenschaft und Technologie verlängert. Vereinbart wurde ferner eine Durchführbarkeitsstudie für die zweite Phase des nach 2012 geplanten Baus eines Kohlekraftwerks in China, das dank europäischer Technologie kaum Kohlendioxid ausstößt.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten beide Seiten die finanzielle und technische Unterstützung für die Entwicklungsländer auf dem Klimagipfel in Kopenhagen deutlich zu erhöhen. Bei einer «Pressebegegnung», auf der trotz des Drucks der Europäer keine Fragen der Journalisten zugelassen wurden, sagte Chinas Regierungschef Wen Jiabao, beim Klimaschutz müsse der Grundsatz der «gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung» gelten. Es dürfe nicht vergessen werden, dass China noch ein Entwicklungsland sei.

EU / Umwelt / Klima / China
30.11.2009 · 12:52 Uhr
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