Europa
=== +++++ SPRUCH +++++
"Ausführungsbestimmungen sind Erklärungen zu den Erklärungen, mit denen man eine Erklärung erklärt" (Abraham Lincoln)
+++++ TAGESTHEMA +++++
BANKENKRISE SPANIEN
Die spanische Banco de Sabadell will keine EU-Hilfen in Anspruch nehmen. Die viertgrößte Bank des Landes teilte mit, dass sie im Rahmen der Übernahme der Caja de Ahorros del Mediterraneo im vergangenen Jahr eine große Summe beiseite gelegt habe, um mögliche Verluste aufzufangen. Spanien hatte am Samstag beschlossen, von seinen europäischen Partnern bis zu 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung seiner Banken zu beantragen. Unterdessen hat die Ratingagentur Fitch wenige Tage nach der Abstufung Spaniens die Bonitätsbewertung der Banco Santander und der BBVA um jeweils zwei Stufen auf "BBB+" gesenkt. Auch die Kreditwürdigkeit der Banco Popular Espanol wurde gesenkt.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
10:00 DE/Gigaset AG, HV, München
13:00 DE/Deutsche Lufthansa AG, Verkehrszahlen Mai, Frankfurt
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- GB 10:30 Industrieproduktion April PROGNOSE: +0,3% gg Vm/-0,7% gg Vj zuvor: -0,3% gg Vm/-2,6% gg Vj
- US 14:30 Import- und Exportpreise Mai Importpreise PROGNOSE: -1,1% gg Vm zuvor: -0,5% gg Vm
20:00 Haushaltssaldo Mai PROGNOSE: -125,00 Mrd USD zuvor: +59,12 Mrd USD
+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++
09:30 - 11:00 DE/Ausschreibung 1,75-prozentiger Bundesanleihe mit Laufzeit Juli 2022 im Volumen von 5 Mrd EUR
09:30 - 11:00 DE/Ausschreibung 0,75-prozentige inflationsindexierte Bundesobligation mit Laufzeit April 2018 im Volumen von 1 Mrd EUR
10:00 NL/Auktion 02,50-prozentiger Staatsanleihe (DSL) mit Laufzeit Januar 2033 im Volumen von 1,5 bis 2,5 Mrd EUR
11:00 GR/Auktion 26-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 1,25 Mrd EUR
11:00 AT/Auktion 3,40-prozentiger Staatsanleihe mit Laufzeit November 2022 Auktion 3,80-prozentiger Staatsanleihe mit Laufzeit Januar 2062 im Gesamtvolumen von 1,1 Mrd EUR
11:00 CH/Auktion 91-tägiger Schatzwechsel
11:30 HU/Auktion 3-monatiger Schatzwechsel im Volumen von 45 Mrd HUF
11:30 BE/Auktion 3- und 12-monatiger Schatzwechsel im Volumen von 3 bis 3,5 Mrd EUR
+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++
INDEX zuletzt +/- % DAX 6.141,05 +0,17% DAX-Future 6.104,00 -0,88% XDAX 6.103,76 -0,87% MDAX 10.103,35 -0,20% TecDAX 739,51 -0,75% Euro-Stoxx-50 2.137,70 -0,29% Stoxx-50 2.283,46 +0,14% Dow-Jones 12.411,23 -1,14% S&P-500-Index 1.308,93 -1,26% Nasdaq-Comp. 2.809,73 -1,70% EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 144,04 +56
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Zur Eröffnung zeichnen sich leichte Abgaben ab. An Wall Street ging es zwar kräftiger nach unten, steigende US-Aktien-Futures, ein sich etwas erholender Euro und nur mäßige Verluste an den asiatischen Börsen sprechen indes nur für ein kleines Minus zum hiesigen Handelsbeginn. Dabei dürfte die Volatilität hoch bleiben. Es sei erschreckend, als wie gering sich die Halbwertszeit des jüngsten Bailout der spanischen Banken erwiesen habe, heißt es. Die Kreditausfallversicherungen auf spanische Schuldtitel waren zu Wochenbeginn auf über 600 Basispunkte gestiegen, was eine hohe Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Zahlungsausfalls nahelegt. "Die Anleger schauen aber schon über Spanien hinaus besorgt Richtung Italien", sagt ein Händler. Die Rettungsschirme EFSF bzw ESM seien wohl nicht ausreichend groß, um notfalls beide Länder zu stützen. Durch den Banken-Bailout habe sich das Restvolumen auf rund 400 Milliarden Euro reduziert.
Rückblick: Schnell ist die Euphorie über die Rettung der spanischen Banken Ernüchterung gewichen. Stark steigende Anleihenrenditen in den Südländern der Euro-Zone ließen am Montag auch die Kursgewinne auf der Aktienseite völlig dahinschmelzen. Die UBS warnte, dass Spanien den Zugang zum Kapitalmarkt irgendwann wahrscheinlich komplett verlieren wird. Auch Italien geriet unter Beschuss. "Das ist der nächste, der schwach auf der Brust ist", sagte ein Marktexperte. "Der Index der europäischen Banken - am Morgen noch über 3 Prozent im Plus - fiel um 2,2 Prozent. Die Rendite spanischer Staatsanleihen stieg nach einer kurzen Jubel-Reaktion auf unter 5,96 Prozent im Tagesverlauf auf fast 6,50 Prozent.
DAX/MDAX/TECDAX
Deutsche Bank fielen um 0,5 Prozent und Commerzbank um 1,6 Prozent. Angeführt wurden die Verlierer allerdings von ThyssenKrupp, die ihre Talfahrt mit einem Minus von 2,8 Prozent fortsetzten. Lufthansa verloren 1,9 Prozent. Händler verwiesen auf die neue negativere Prognosen des Luftfahrtverbands IATA. Dagegen laufen die Geschäfte bei Fresenius bestens. Wegen "der sehr guten Geschäftsentwicklung" in allen Bereichen hob der DAX-Konzern seinen Ausblick an. Die Aktie legte um 1,3 Prozent zu. VW gewannen 1,3 Prozent. Der Konzern könnte den Sportwagenbereich von Porsche nach Medienberichten übernehmen, ohne dass dann hohe Steuern bezahlt werden müssten.
XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.104 (XETRA-Schluss: 6.141) Punkte
Der Markt habe sich an den Vorgaben aus den USA orientiert, sagte ein Händler von Lang & Schwarz. Unternehmensnachrichten habe es keine gegeben. Die Umsätze bezeichnete der Marktteilnehmer als "durchschnittlich".
USA / WALL STREET
Die Angst vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise hatte Wall Street fest im Griff. Dass Spanien wie erwartet Hilfen für seine Banken beantragt hat, sorgte an Wall Street für keine Erleichterung - im Gegenteil. Die Probleme seien damit nicht gelöst und als eine Folge werde der Schuldenstand Spaniens in Relation zur Wirtschaftskraft stark steigen, hieß es. Zudem warnten viele Teilnehmer vor der am kommenden Sonntag anstehenden Wahl in Griechenland, deren Ausgang potenziell über die Zugehörigkeit des Landes zur Eurozone entscheiden dürfte. In den letzten Handelsminuten bauten die Indizes ihre Verluste deutlich aus und schlossen in der Nähe ihrer Tagestiefs. Auch der Euro gab seine Aufschläge wieder ab und fiel unter die Marke von 1,25 Dollar zurück. Im frühen europäischen Handel wurden noch 1,2669 Dollar erreicht. Apple verloren 1,6 Prozent. Das UNternehmen stellte auf seiner Entwicklermesse eine Reihe neuer Produkte vor, was sich allerdings nicht positiv auf die Tendenz der Aktie auswirkte.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Der Euro zeigt sich am frühen Dienstag auf seinem am Montag im Tagesverlauf wieder deutlich ermäßigten Niveau unter 1,25 Dollar stabil. Angesichts der weiter eingetrübten Stimmung und der Nervosität nach dem Hilfeersuchen Spaniens und vor der Wahl in Griechenland sehen Marktexperten die Gemeinschaftswährung zunächst in einer Spanne zwischen 1,24 und 1,25 Dollar. "Wir sind von einer endgültigen Lösung der systemischen Krise weit entfernt", umschreibt Devisenexperte Mark McCormick von Brown Brothers Harriman die Stimmung am Markt.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mo, 18.15 Uhr EUR/USD 1,2497 +0,2% 1,2466 1,2497 EUR/JPY 99,3592 +0,4% 98,9722 99,3404 EUR/CHF 1,2005 -0,0% 1,2011 1,2010 USD/JPY 79,5150 +0,2% 79,3940 79,5000 GBP/USD 1,5491 +0,1% 1,5473 1,5509
+++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
Der Ölpreis legte nach anfänglichen Gewinnen den Rückwärtsgang ein. Im Handel wurde zur Begründung auf das offenbar hohe welteweite Angebot verwiesen und auch auf Aussagen Saudi-Arabiens, die Produktion gegebenenfalls zu erhöhen. Der Ölpreis der Sorte WTI notierte zum Settlement bei 82,70 Dollar, dem niedrigsten Stand seit Oktober.
Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs.
WTI/Nymex 81,97 82,70 -0,88 -0,73 Brent/ICE 97,53 98,00 -0,48 -0,47
METALLE
Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs.
Gold (Spot) 1.591,95 1.596,45 -0,3% -4,50 Silber (Spot) 28,54 28,57 -0,1% -0,03 Platin (Spot) 1.434,00 1.441,28 -0,5% -7,28
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
KONJUNKTUR GROßBRITANNIEN
Der Hauspreisindex hat im Mai einen Stand von -16 erreicht. Die Prognose lautete auf -17.
POLITIK DEUTSCHLAND
Die SPD beharrt bei den Fiskalpaktverhandlungen auf ihrer Forderung nach einer raschen Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Bei dem Treffen der Unterhändler mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) war kein konkretes Ergebnis erzielt worden. Auch die SPD ging wie zuvor schon Grüne und Linke nicht mehr von einer abschließenden Einigung am Mittwoch beim Spitzentreffen mit Merkel aus. Für die Ratifizierung des europäischen Fiskalpakts sind Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat nötig - daher braucht die Regierung die Unterstützung der Opposition.
SCHULDENKRISE - ZYPERN
Die EU-Kommission geht gegenwärtig nicht davon aus, Zypern schon vor dem nächsten Wochenende mit Geld helfen zu müssen. Ein Sprecher sagte, Hilfen für Zypern noch vor den griechischen Wahlen seien nicht geplant, "aber für den Fall, dass etwas getan werden muss, haben wir die Mittel". Zyperns Banken haben im Zuge des Forderungeverzichts gegenüber Griechenland schwere Verluste erlitten.
BASF
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
June 12, 2012 01:49 ET (05:49 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.