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Euroländer nach Moody's-Warnung an Anleihemärkten unter Druck

Frankfurt (dpa) - Mehrere Euroländer sind nach der Drohung der Ratingagentur Moody's gegen topbewertete Staaten wie Deutschland an den Anleihemärkten unter Druck geraten. Am Dienstag lagen nicht nur die Kurse von Staatsanleihen finanzschwacher Länder wie Spanien und Italien abermals im roten Bereich.

Auch bei Schuldtiteln von Ländern wie Deutschland und Frankreich machte sich die Moody's-Drohung negativ bemerkbar. Die Bonitätswächter hatten am späten Montagabend Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg mit dem Entzug ihres Top-Ratings «Aaa» gedroht.

Besonders deutlich standen am Dienstag Staatsanleihen aus Frankreich unter Druck, obwohl sich die Warnung von Moody's nicht ausdrücklich gegen die zweitgrößte Euro-Wirtschaft richtete. Im richtungsweisenden Zehnjahresbereich gaben die Kurse spürbar nach. Im Gegenzug stieg die Rendite, die sich als Kombination von Nominalzins und Anleihekurs errechnet, um mehr als zehn Basispunkte auf bis zu 2,25 Prozent. Seit Wochenbeginn liegt der Zuwachs rund doppelt so hoch bei etwa 20 Basispunkten.

Auch in anderen Ländern verschlechterte sich die Lage am Anleihemarkt, allerdings ausgehend von rekordniedrigen Renditen. Nach Frankreich war der Renditeanstieg in Österreich am ausgeprägtesten, gefolgt von den Niederlanden, Deutschland und Finnland. Im Vergleich zu den Krisenländern Spanien und Italien liegen die Renditen - ein Richtwert für die Kosten der Schuldenaufnahme - in den Kernländern aber nach wie vor viel niedriger.

Für Spanien wird die kurzfristige Geldaufnahme immer teurer: Bei einer Auktion von kurzlaufenden Schuldverschreibungen musste das krisengeschüttelte Euroland am Dienstag höhere Zinsen bieten, um an frische Mittel zu kommen, wie aus Angaben des nationalen Schatzamts hervorgeht. Insgesamt konnte Madrid 3,05 Milliarden Euro bei Anlegern aufnehmen und sein Maximalziel damit leicht übertreffen. Händler bezeichneten die Ergebnisse der Auktion als enttäuschend. Die heimischen Investoren hätten sich zurückgehalten und auch im Ausland sei das Interesse gering gewesen. Analysten bewerten die aktuelle Situation am spanischen Anleihemarkt äußerst kritisch.

EU / Finanzen
24.07.2012 · 20:46 Uhr
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