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EU und Deutschland uneinig im Kampf gegen Kinderpornografie

Berlin/Brüssel (dts) - Die heute vorgelegte EU-Richtlinie für das Sperren von Internetseiten ist in Deutschland auf gemischte Resonanz gestoßen. Uneinigkeit herrscht vor allem darüber, ob die Sperrung im Kampf gegen die Kinderpornografie der richtige Weg sei. Während die EU-Kommission alle Mitgliedsstaaten dazu verpflichten will, entsprechende Seiten im Internet zu sperren, wolle die Bundesregierung eine "Löschung" der Kinderpornos anstatt einer Sperrung. Beim Löschvorgang werde der Betreiber des jeweiligen Servers ausfindig gemacht und veranlasst, die einschlägige Seite zu entfernen. Gegner dieser Methode kritisieren, dies sei schwierig bis unmöglich, wenn der Provider seinen Sitz im Ausland habe. Allerdings bemängeln Kritiker, dass auch die Sperren selbst mit geringer technischer Kenntnis leicht zu umgehen seien. Die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström verweist darauf, dass es Internetsperren in der EU bereits gebe: in den skandinavischen Staaten, in Italien und Großbritannien. Laut Malmström funktioniere das Verfahren in der Praxis und verhindere täglich tausende von Anfragen, seien sie zufällig oder absichtlich. Malmström verwies zudem auf die wachsende Zahl der Internetseiten mit Kinderpornografie. Täglich würden rund 200 neue Bilder ins Netz gestellt, wobei die gezeigten Kinder immer jünger und die Bilder immer gewalttätiger würden.
EU / DEU / Weltpolitik / Kriminalität / Gesellschaft / Familien
29.03.2010 · 23:16 Uhr
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