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EU: Afghanistan nicht durch Bomben zu gewinnen

Stockholm (dpa) - Die EU stuft die NATO- Bomben auf zwei afghanische Tankzüge mit bis zu 90 Toten als «Tragödie» ein und will ihre Anstrengungen für zivile Hilfe in Afghanistan verstärken.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt sagte am Samstag für die EU-Ratspräsidentschaft in Stockholm zu dem umstrittenen Bombenangriff: «Wir gewinnen diesen Krieg nicht, indem wir töten. Wir müssen ihn gewinnen, indem wir die Bevölkerung beschützen.» Man müsse aber auch bedenken, dass die NATO-Streitkräfte in den letzten Monaten ihre Strategie markant geändert hätten, um Verluste unter Zivilisten zu vermindern. Dies sei auch gelungen.

Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner kritisierte beim informellen Außenministertreffen in Stockholm die auf Anforderung der Bundeswehr durchgeführte Attacke als «großen Fehler». Bildt meinte: «Jede solche Aktion ist eine Tragödie.» Die EU werde ihre Anstrengungen für zivile Hilfe verstärken, aber auch mehr Druck auf die afghanische Regierung für eine gute Regierungsarbeit und die Bekämpfung von Korruption ausüben.

Bildt wollte sich nicht zur Verantwortung für die möglichen zivilen Opfer beim Bombenangriff auf die Tanklastzüge äußern. Er sagte, alle 27 Länder hätten die Zusicherung einer genauen Untersuchung durch die NATO begrüßt.

EU / Außenminister / Konflikte / Afghanistan
05.09.2009 · 17:06 Uhr
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