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Etwa 100 Stasi-Entführungen im Westen

Nachgeahmte Schirmmütze mit der Aufschrift Großansicht
Berlin (dpa) - Die DDR-Staatssicherheit hat nach einer Studie mehr als 400 Menschen aus dem Westen entführt oder in den Osten gelockt und dann an einer Rückreise gehindert. Es habe rund 100 gewaltsame Entführungen überwiegend aus West- nach Ost-Berlin gegeben.

In den anderen Fällen seien Menschen aus Westdeutschland etwa mit dem Hinweis auf eine angebliche Erkrankung eines Verwandten in den Osten gelockt und dort festgehalten worden, sagte die Historikerin Susanne Muhle am Freitag in Berlin. Es habe sich um Angehörige westlicher Geheimdienste oder prominente Antikommunisten gehandelt.

«Die Zahlen beruhen auf Dokumenten der Polizei in West-Berlin und eigenen Forschungen», sagte Muhle, die in Münster Geschichte studiert und sich für ihre Dissertation mit dem Thema beschäftigt hat. Die Arbeit, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt wurde, solle Ende dieses Jahres vorliegen. Der «Mitteldeutschen Zeitung» sagte die 29-Jährige, dass es die meisten Verschleppungen in den 1950er Jahren gegeben habe.

Einer der bekannten Entführungsfälle war die Verschleppung von Walter Linse: Er hatte immer wieder gegen Menschenrechtsverletzungen in der DDR protestiert, wurde 1952 in West-Berlin entführt und später in Russland hingerichtet.

Geschichte / Stasi
04.09.2009 · 13:31 Uhr
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