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Eskalation in Bangkok: Studenten wollen Flugaufsicht lahmlegen

Die Opposition droht, den Flugverkehr über Thailand lahmzulegen. Foto: How Hwee Young/ArchivGroßansicht

Bangkok (dpa) - Beim Machtkampf in Bangkok verhärten sich die Fronten. Trotz massiver Straßenproteste in Bangkok hält Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra an den geplanten Wahlen am 2. Februar fest. Radikale Studenten drohen mit Eskalation.

«Die Regierung und die Wahlkommission können die Wahl nach dem Gesetz nicht verschieben», sagte Yingluck nach Beratungen mit Ministern und Experten. Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierung und die Verschiebung der Wahlen.

Eine radikale Studentenorganisation drohte, die Börse und die Flugsicherung zu blockieren, falls Yingluck nicht bis Mittwochabend zurücktritt. Ein Sprecher des «Studenten- und Volksnetzwerks für Reformen in Thailand» (STR) bekräftigte die Pläne gegenüber der Zeitung «Nation.» Das würde den gesamten Flugverkehr im Luftraum über Thailand beeinträchtigen.

Die Hauptwiderstandsbewegung, das «Demokratische Reformkomitee des Volkes« (PDRC), sprach sich gegen derartig radikale Maßnahmen aus. Anführer Suthep Thaugsuban drohte aber, sämtliche Regierungsbüros sowie die Privathäuser der Kabinettsmitglieder zu belagern. Er führte am Mittwoch einen neuen Marsch mit tausenden Anhängern an. Die Truppe zog über die Haupteinkaufs- und Hotelstraße der Innenstadt und legte stundenlang den Verkehr lahm. Die Touristenbehörde TAT beteuert, die Proteste beeinträchtigten Touristen nicht.

Suthep wirft Yinglucks Familie Korruption und Verschleuderung von Staatsgeldern vor. Für ein, zwei Jahre soll ein ernannter Rat die Regierungsgeschäfte führen und politische Reformen durchsetzen. «Wir wollen keine Wahlen, bei denen betrogen wird und Stimmen gekauft werden», sagte er bei einer Kundgebung.

Yingluck stimmt Reformen zu. Sie will aber, dass ein Reformrat parallel zu einer gewählten Regierung arbeitet. «Ich lade die Unterstützer und Widersacher der Regierung zum Dialog ein. Lasst uns mit den Reformen in Thailand morgen beginnen», sagte Yingluck nach dem Treffen nach Angaben des staatlichen Rundfunksenders MCOT. Suthep hat alle Verhandlungen abgelehnt.

Am Rande der bislang weitgehend friedlichen Massendemonstrationen sind in Bangkok in der Nacht zu Mittwoch Sprengkörper geflogen. Einer landete auf dem Anwesen von Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva in Bangkok, wie die Polizei berichtete. Niemand sei zu Schaden gekommen. Bei einem weiteren Zwischenfall seien zwei Menschen an einem Protestlager der Demonstranten bei einer Explosion verletzt worden. An anderer Stelle seien vier Polizeibeamte angegriffen worden, berichtete die Polizei. Abgesehen davon sind die Massenproteste mit Zehntausenden Teilnehmern seit Montag friedlich verlaufen.

Demonstrationen / Regierung / Wahlen / Thailand
15.01.2014 · 13:57 Uhr
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