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Erste syrische Zivilisten verlassen Altstadt von Homs

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Homs (dpa) - Nach Monaten der Belagerung durch syrische Regierungstruppen gibt es erstmals humanitäre Hilfe für die Menschen in der Altstadt von Homs. Busse der Vereinten Nationen begannen am Freitag damit, erschöpfte Zivilisten aus der umkämpften Zone zu bringen.

«Ich habe die Information erhalten, dass etwa 20 Familien weggebracht wurden», sagte der Leiter der Organisation Syrische Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman. Rund 200 Zivilisten - Frauen, Kinder, Verwundete und ältere Menschen - sollen die Altstadt verlassen können.

Der Stadtteil steht unter Kontrolle der Aufständischen, wird aber seit anderthalb Jahren von den Truppen des Machthabers Baschar al-Assad belagert. Den rund 3000 Menschen, die dort leben, soll am Samstag erstmals humanitäre Hilfe gebracht werden. Die Lage gilt dort wegen der langen Belagerung als äußerst kritisch. Aktivisten berichten, dass die Menschen bereits hungerten.

Der am Freitag eingeleiteten Hilfsaktion war eine Einigung zwischen der Regierung in Damaskus, den Aufständischen und den Vereinten Nationen vorausgegangen. Sie kam erst nach langem Tauziehen zustande. In den Morgenstunden des Freitags trat zudem eine Waffenruhe in Kraft, die bis zum Nachmittag von den Konfliktparteien respektiert wurde. Sie soll für drei Tage gelten, bis die humanitären Aktionen abgeschlossen sind.

Eine erfolgreiche Umsetzung der Hilfsmaßnahmen hätte Signalwirkung für die zweite Runde der Genfer Friedensgespräche, die am kommenden Montag beginnen soll. Am Freitag sagte die syrische Regierung erstmals ihre Teilnahme offiziell zu, wie Vize-Außenminister Faisal al-Mekdad der staatlichen Nachrichtenagentur Sana bestätigte.

Die erste Runde der Friedensgespräche war Ende Januar ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Vertreter der Regierung und der Opposition hatten in Genf heftig über die Hilfe für Homs diskutiert, ohne dass sie eine Einigung erzielten. Den letzten Anstoß für die nunmehr erzielte Vereinbarung gaben offenbar Gespräche des syrischen Oppositionsführers Ahmed al-Dscharba zu Wochenbeginn in Moskau. Russland ist einer der wichtigsten Unterstützer des Assad-Regimes.

Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 130 000 Menschen getötet worden. Friedliche Demonstrationen gegen das Assad-Regime waren Anfang 2011 von den Sicherheitskräften blutig niedergeschlagen worden. Im Laufe der Zeit formierte sich ein bewaffneter Widerstand, der heute stark zersplittert und von mehr oder weniger radikalen islamistischen Milizen geprägt wird.

Konflikte / UN / Syrien
07.02.2014 · 15:32 Uhr
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