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Erste Hinweise auf Ursache von Erdrutsch in Nachterstedt

Nachterstedt (dts) - Nach dem verheerenden Erdrutsch im sachsen-anhaltinischen Nachterstedt gibt es erste Hinweise auf eine mögliche Unglücksursache. Das Observatorium Collm der Universität Leipzig hat sechs Minuten vor dem Eingang des ersten Notrufs in Nachterstedt eine Erschütterung registriert, die mit 1,0 auf der Richterskala beziffert wird. Ein Erdbeben wird ausgeschlossen, aber Wissenschaftler halten es für möglich, dass in diesem Moment ein alter Stollen einbrach und so den Erdrutsch auslöste, schreibt der "Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Im Raum Nachterstedt war im 19. Jahrhundert Braunkohle auch unter Tage gefördert worden, alte Stollen durchziehen den Boden. Unterdessen kommen auf den Bund wegen des Unglücks hohe Kosten zu: Mindestes zehn Millionen Euro sind als Entschädigung für die betroffenen Anwohner zu zahlen, haben erste Berechnungen der für die Flutung des ehemaligen Tagebaus zuständigen bundeseigenen Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft ergeben. Die Lage am Unglücksort hat sich inzwischen wieder zugespitzt: Der Boden der Siedlung "Auf der Halde" ist um 0,4 Millimeter abgesackt, Gutachter dürfen seit Mittwoch nicht mehr auf das Gelände, weil der Untergrund aller Voraussicht nach wegbrechen wird. Da in den betroffenen Häusern noch große Mengen Heizöl lagern, bereiten sich Katastrophenhelfer mittlerweile auf den Ernstfall vor. So sollen sie, wenn wieder Erdmassen in den Concordia-See rutschen, Bindemittel von Flugzeugen abwerfen, um eine Ölverseuchung des Badesees zu verhindern.
DEU / SAC
08.08.2009 · 10:40 Uhr
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