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Erste Flüge für gestrandete Touristen

Air-Berlin-MaschineGroßansicht
Berlin (dpa) - Die Vulkanasche aus Island hat die Reiseplanungen von mittlerweile mehr als 200 000 deutschen Pauschaltouristen durcheinandergebracht. Etwa die Hälfte von ihnen sitze im Ausland fest.

Die andere Hälfte habe bislang nicht aus Deutschland abfliegen können, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Dienstag in Berlin mit. Ein DRV-Sprecher sagte, diese Zahl umfasse nur die Urlauber, die mit deutschen Reiseveranstaltern unterwegs sind. Über die Zahl der betroffenen Individualtouristen habe man keine Informationen.

Die Deutsche Lufthansa plant derweil für diesen Dienstag rund 200 Flüge mit Sondergenehmigungen. Dies ist aber nur ein Bruchteil der sonst üblichen 1800 Flügen. Der allergrößte Teil der Langstrecke werde bedient werden können, hinzu kommen einige Kurzstrecken, sagte Lufthansa-Sprecher Patrick Meschenmoser in Frankfurt. In der Nacht zum Dienstag waren 50 Langstrecken-Jets der Lufthansa in Asien, Amerika und Afrika gestartet, um 15 000 gestrandete Passagiere heimzuholen. Zudem gab es bereits mehrere Kurzstreckenflüge.

Auch 11 000 gestrandete Urlauber, die mit dem Reiseveranstalter TUI unterwegs sind, können aufatmen: TUI wollte sie am Dienstag nach Hause fliegen. «Bis Mitternacht haben wir alle Starts ab Deutschland abgesagt. Die Rückholaktionen haben Vorrang», sagte ein TUI-Sprecher. Neben 19 Maschinen von TUI-Fly seien noch 15 andere, darunter 2 Jumbos, gechartert worden.

Sämtliche Feriengäste, die auf der Kanaren-Insel Teneriffa auf den Heimflug gewartet hatten, waren am Morgen in Deutschland angekommen. 17 Maschinen bringen insgesamt 2500 Urlauber von Mallorca aus zu den Flughäfen Hannover, Leipzig, Köln und Düsseldorf.

Die TUI plant von Mittwoch an wieder einen normalen Flugbetrieb. Die Gäste, die am Mittwoch in den Urlaub fliegen sollten, werden über geänderte Abflugzeiten informiert. Dazu hat der Reiseveranstalter eine Hotline eingerichtet (0511 - 567 8000).

Am Flughafen in Hannover starten und landen wieder vereinzelte Flugzeuge. Trotz der anhaltenden Sperre der Flugsicherung seien seit Montagabend zehn Maschinen gelandet, sagte eine Flughafensprecherin am Dienstagmorgen. Die Maschinen hätten unter anderem Urlauber aus Mallorca, Antalya und Hurghada (Ägypten) nach Hause gebracht.

Da der Luftraum über Hannover für Instrumentenflüge bis mindestens Dienstag 14.00 gesperrt war, handelte es sich dabei um sogenannte kontrollierte Sichtflüge mit Sondergenehmigung. Die Maschinen fliegen dabei im unteren Luftraum.

Kritik übte das Vorstandsmitglied der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg an den neu aufgenommenen Flügen. Er sagte am Dienstag im Deutschlandfunk: «Wir können die Entscheidung nicht nachvollziehen.» An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Vulkan-Aschewolken habe sich nichts geändert. «Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen. An der Sicherheit hat sich aus unserer Sicht nichts geändert.»

Vulkane / Flugverkehr / Island
20.04.2010 · 11:38 Uhr
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